Was man rund um Rauchmelder wissen sollte: AKTIV im Norden

Von wegen einfach an die Decke schrauben

Was man rund um Rauchmelder wissen sollte


Alarm: In manchen Bundesländern sind Rauchmelder Pflicht. Foto: Fotolia
Alarm: In manchen Bundesländern sind Rauchmelder Pflicht. Foto: Fotolia

Die Rauchmelder-Pflicht ist in den Landesbauordnungen der einzelnen Bundesländer geregelt. Bis auf Sachsen und Berlin haben alle Bundesländer die Regelung spätestens seit diesem Jahr eingeführt. Die Landesregierung von Brandenburg hat Ende 2012 einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der zum 1. Januar 2014 eine Rauchmelder-Pflicht für alle Neubauten vorsieht. Für Häuser und Wohnungen, die vor diesem Datum gebaut wurden, sogenannte Bestandsbauten, soll wie in den meisten Bundesländern eine Übergangsfrist gelten, in Brandenburg voraussichtlich bis zum 31.12.2020.

Der folgenden Tabelle können Sie entnehmen, wie die Rauchmelder-Pflicht in den einzelnen Bundesländern geregelt ist:

<b>Bundesland</b> <b>Einbaupflicht für Neu- und Umbauten</b> <b>Einbaupflicht für bestehende Wohnungen</b> <b>Einbaupflicht in welchen Räumen</b> <b>Verantwortlich für Einbau</b> <b>Verantwortlich für Betriebsbereitschaft</b>
<b>Baden-Württemberg</b> seit 10.07.2013 bis zum 31.12.2014 in Schlafzimmern und Fluren, über die Rettungswege von Schlafzimmern führen Eigentümer Mieter, es sei denn, der Eigentümer übernimmt die Wartung
<b>Bayern</b> seit 1.1.2013 bis zum 31.12.2017 in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren, die zu Aufenthaltsräumen führen Eigentümer Mieter, es sei denn, der Eigentümer übernimmt die Wartung
<b>Berlin</b> noch keine Rauchmelder-Pflicht
<b>Brandenburg</b> Gesetzesentwurf für die Einführung einer Rauchmelder-Pflicht für 1.1.2014 vorgelegt, aber noch nicht verabschiedet (vorgesehene Übergangsfrist für bestehende Wohnungen bis zum 31.12.2020)
<b>Bremen</b> seit 1.5.2010 bis zum 31.12.2015 in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren, die zu Aufenthaltsräumen führen Eigentümer Mieter, es sei denn, der Eigentümer übernimmt die Wartung
<b>Hamburg</b> seit 1.4.2006 seit 31.12.2010 in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren, die zu Aufenthaltsräumen führen Eigentümer Eigentümer
<b>Hessen</b> seit 24.6.2005 bis zum 31.12.2014 in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren, die zu Aufenthaltsräumen führen Eigentümer Mieter, es sei denn, der Eigentümer übernimmt die Wartung
<b>Mecklenburg-Vorpommern</b> seit 1.9.2006 seit 31.12.2009 in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren, die zu Aufenthaltsräumen führen Eigentümer Eigentümer
<b>Niedersachsen</b> seit 1.11.2010 bis zum 31.12.2015 in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren, die zu Aufenthaltsräumen führen Eigentümer Mieter
<b>Nordrhein-Westfalen</b> seit 1.4.2013 bis zum 31.12.2016 in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren, die zu Aufenthaltsräumen führen Eigentümer Mieter, es sei denn, der Eigentümer hat diese Verpflichtung vor dem 31. März 2013 übernommen
<b>Rheinland-Pfalz</b> seit 23.12.2003 seit 12.7.2012 in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren, die zu Aufenthaltsräumen führen Eigentümer Eigentümer
<b>Saarland</b> seit 18.2.2004 keine Angaben in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren, die zu Aufenthaltsräumen führen Eigentümer Eigentümer
<b>Sachsen</b> noch keine Rauchmelder-Pflicht
<b>Sachsen-Anhalt</b> seit 17.12.2009 bis zum 31.12.2015 in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren, die zu Aufenthaltsräumen führen Eigentümer Eigentümer
<b>Schleswig-Holstein</b> seit 1.4.2005 seit 31.12.2010 in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren, die zu Aufenthaltsräumen führen Eigentümer Mieter, es sei denn, der Eigentümer übernimmt die Wartung
<b>Thüringen</b> seit 29.2.2008 keine Angaben in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren, die zu Aufenthaltsräumen führen Eigentümer Eigentümer

Quelle: Forum Brandrauchprävention, Stand: August 2013

Das muss ein Rauchmelder können

Für Rauchmelder gelten strenge Normen. Seit 2008 dürfen in Deutschland nur noch Geräte verkauft werden, die der DIN-Norm EN 14604 entsprechen. Danach muss ein Rauchmelder folgende Anforderungen erfüllen:

  • Der Alarmton muss in drei Meter Entfernung mindestens 85 Dezibel laut sein. Das ist vergleichbar mit der Lautstärke von Straßenverkehr.
  • Ein Warnsignal muss mindestens 30 Tage vor Ende der Batterielebensdauer einen nötigen Batteriewechsel anzeigen.
  • Mit einem Testknopf muss sich jederzeit überprüfen lassen, ob das Gerät noch funktioniert.
  • Das Eindringen des Rauches ins Gerät sollte von allen Seiten möglich sein.
  • Um zu vermeiden, dass Staub und Insekten die Einlässe verstopfen, sollten die Öffnungen am Rauchmelder nicht größer als 1,3 mm sein.

Schornsteinfeger kontrolliert

Und wie wird die Rauchmelder-Pflicht kontrolliert? „Für Neubauten ist eine Bauabnahme unter anderem durch den Schornsteinfeger notwendig, der dabei auch die Anbringung der Rauchmelder überprüft“, sagt Sebastian Fischer, Geschäftsführer der Firma Trisuno in Wandlitz bei Berlin, die Brandschutz- und Alarmtechnik vertreibt.

Für die Kontrolle in Bestandsbauten ist demnach ebenfalls der Schornsteinfeger zuständig. Im Rahmen der Sichtung der Feuerstätten kann er eine Begehung mit Kontrolle zur Einhaltung der Rauchmelder-Pflicht machen.

Versicherung haftet nicht

Die Rauchmelder-Pflicht gehört zu den gesetzlichen Bestimmungen, an die man sich als Bürger halten muss. Wer dies nicht tut, riskiert, dass die Versicherung im Brandfall den Schaden nicht bezahlt.

Das gilt auch dann, wenn der Versicherte behauptet, dass er nichts von der Rauchmelder-Plicht gewusst hat. „In diesem Fall wird von der Versicherung grobe Fahrlässigkeit unterstellt“, so Fischer. „Dann muss der Versicherte beweisen, dass der Schaden auch mit Rauchmelder in derselben Höhe eingetreten wäre.“ Das ist schwierig.

Fischer nennt ein Beispiel: „Brennt die Wohnung durch einen technischen Defekt komplett aus, während man nicht zu Hause ist, aus, wird die Versicherung aufführen, dass ein installierter Rauchmelder die Nachbarn alarmiert hätte, die dann die Feuerwehr gerufen hätten. Das Feuer wäre schnell unter Kontrolle gewesen und anstatt 50.000 Euro Schaden wäre zum Beispiel nur ein Schaden von 10.000 Euro entstanden. Die Versicherung zahlt dann nur die 10.000 Euro. Den restlichen Schaden muss der Versicherte selbst tragen.“

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