Was ist dran an der Kritik über deutsche Exportüberschüsse?: AKTIV im Norden

Kommentar

Was ist dran an der Kritik über deutsche Exportüberschüsse?


Die Schuldenkrise, in die sich einige südliche Länder Europas gestürzt haben, macht Deutschland zum Zahlmeister der Euro-Länder. Statt Anerkennung erntet die deutsche Politik zum Teil heftige Kritik für ihr ­„rigoroses Vormachtstreben“.

Und bei dieser Gelegenheit geraten auch die Export­erfolge Deutschlands ins Visier mancher Kritiker. Denn das Spiegelbild unserer Export-Überschüsse sind Export-Defizite, also Schulden in den Importländern.

International hört man jetzt:  Die deutsche Art zu wirtschaften sei „uneuropäisch“, sogar „unmoralisch“. Um dem entgegenzuwirken, sollen die Deutschen – wenigstens vorübergehend – ihren Export drosseln, die Produktion herunterfahren und auf der anderen Seite mit öffentlichem Geld Konjunkturprogramme auflegen, damit der deutsche Konsument mehr Waren aus dem Ausland kaufen kann. Die Lokomotive soll also Dampf ablassen. Gleichheit soll sozusagen dadurch hergestellt werden, dass man dem schnelleren Läufer Bleischuhe verpasst. Verkehrte Welt.

Der deutsche Arbeitnehmer müsste sich bei einer solchen Exportbremse veralbert fühlen: für seinen Fleiß, seine Qualitätsarbeit, seine Lohnzurückhaltung und (stufenweise, ab dem Jahr 2031) seine Rente mit 67.

Warum nicht stattdessen die deutschen Erfolgsrezepte exportieren? Warum nicht Auslandskontakte herstellen, Niederlassungen auswärts gründen, mit dem Ausland kooperieren, wie es unsere Wirtschaft seit Jahren erfolgreich tut? Das wäre ein Weg zu mehr Export und zu gleichen Lebensverhältnissen in Europa.

Übrigens werden von den Kritikern zwei wichtige Dinge ausgeblendet. Erstens sind die Exporte in die südeuropäischen Krisenländer eher gering – sie gehen im Wesentlichen nach Frankreich, China, Brasilien und in die USA.

Und zweitens hängen Export und Import zusammen: Deutschland bezieht für seine Exportgüter im hohen Maße Zulieferungen aus dem Ausland.

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