Unternehmen motivieren ihre Mitarbeiter auf vielerlei Weise: AKTIV im Norden

Kita, Sport und soziale Leistungen

Unternehmen motivieren ihre Mitarbeiter auf vielerlei Weise


Kinderbetreuung kostet – doch das sieht IT-Fachmann Kristian Richter gelassen: Die 120 Euro für die Kita von Tochter Jazmine zahlt sein Arbeitgeber, der Rostocker Elektrotechnik-Spezialist SEAR. Richter ist einer der ersten Beschäftigten, die den neu eingeführten Zuschuss von maximal 150 Euro erhalten.

„Das entlastet natürlich die Haushaltskasse. Aber es geht nicht nur ums Geld“, betont Richter, der als Projektleiter für Softwareentwicklung arbeitet. „Wichtiger ist mir das gute Gefühl, dass die Firma mich trotz meiner Führungsposition bei den familiären Aufgaben unterstützt.“ So kann er auch mal kurzfristig daheim bleiben, wenn Jazmine krank ist. „Beim Arbeitgeber meiner Frau ist das leider anders, da interessieren familiäre Belange überhaupt nicht“, so Richter.

Auch für Mitarbeiter ohne Kinder hat SEAR einiges zu bieten. „Wir legen sehr viel Wert darauf, gute Leute zu halten“, sagt Personalleiter Gunnar Hänsel. Die 185 Mitarbeiter profitieren daher von ungewöhnlich guten Sozialleistungen.

Dazu kommen Veranstaltungen für die Belegschaft, etwa ein Familienfest zur Einweihung der neuen Zentrale. Die Ausstattung dieses Gebäudes kann sich sehen lassen: Auf jeder Etage gibt es eine Kaffeeküche, die zum zwanglosen Austausch einlädt.

Das Engagement kommt gut an, die Leute fühlen sich wohl: „Ich kann mir momentan nicht vorstellen, den Arbeitgeber zu wechseln“, sagt IT-Experte Richter.

Unternehmen, die sich um ihre Leute kümmern, sind erfolgreicher

So wie SEAR bemühen sich viele Firmen der Metall- und Elektro-Industrie – aus gutem Grund: „Unternehmen sind erfolgreicher, wenn sie sich systematisch um die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter kümmern“, sagt Andrea Hammermann, Forscherin am Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Die Wirkung besonderer Zusatzleistungen sei oft stärker als die von Geld. „Extras machen zufriedener, letztlich drücken sie ja Wertschätzung durch den Arbeitgeber aus.“

So sieht man es zum Beispiel auch am Philips-Standort Hamburg. Mit einem bunten Strauß ganz unterschied­licher Maßnahmen kümmert sich der Betrieb um die rund 2.500 Köpfe zählende Belegschaft. Nicht zuletzt bekommt jeder Mitarbeiter einen individuellen Entwicklungsplan: „Wir besprechen regelmäßig die persönlichen Wünsche und planen die entsprechende Weiterbildung“, sagt Charlotte Ruminak, die den Bereich Human Resources leitet. Das Programm wendet sich ausdrücklich auch an ältere Mitarbeiter, die noch mal durchstarten möchten.

Ehrgeizige Frauen unterstützt Philips besonders. Ein Beispiel: „Selbst eine optimal organisierte Kinderbetreuung kann mal ausfallen“, so Ruminak, „für solche Notfälle haben wir in einem Kindergarten kurzfristig nutzbare Plätze reserviert.“ Auch Beschäftigte, die Angehörige pflegen, finden Hilfe: „Wir bieten eine Pflegeberatung an. Und selbstverständlich kann der Mitarbeiter vorübergehend seine Arbeitszeit verringern.“

Endlich Nichtraucher werden? Auch dabei hilft so mancher Arbeitgeber

Einige Kilometer weiter, bei Airbus in Hamburg-Finkenwerder, hat man seit zehn Jahren sogar eine eigene Kinderbetreuung: In unmittelbarer Nachbarschaft des Werkgeländes richtete der Flugzeugbauer für seine Beschäftigten 2003 die Kita „Beluga“ ein. Die Meyer Werft in Papenburg wiederum betreibt ihre Betriebskita „Nautilus“ gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz. Ab und an dürfen die Kleinen sich angucken, was Mama oder Papa in der Firma alles so machen.

Beim Ofenbauer Leda im ostfriesischen Leer stehen Gesundheit und gutes Betriebsklima ganz oben auf der Agenda: „Wir wollen den Zusammenhalt fördern“, sagt Personalleiter Frank Boese. „Und natürlich hat jeder Mensch ein Interesse daran, gesund und fit zu bleiben.“ Das Leda-Gesundheitsmanagement bietet den gut 170 Beschäftigten daher zum Beispiel einen Kurs zur Raucherentwöhnung an.

Außerdem beteiligt sich die Firma jedes Jahr am Leeraner City-Lauf, dessen Erlös für einen guten Zweck gespendet wird. Im vergangenen September gingen gleich vier Leda-Teams mit insgesamt 16 Mitarbeitern an den Start – in Shirts, die vom Betrieb gesponsert wurden. So machten sie ganz nebenbei Werbung für ihren Arbeitgeber.

Die Förderung des Teamgeists wird auch beim Schuhmaschinenhersteller Klöckner Desma in Achim bei Bremen großgeschrieben. „Mitarbeitermotivation und ein gutes Klima sind uns sehr wichtig“, sagt Marketing-Mitarbeiterin Yafang Li. „Vor allem das Wohl unserer Azubis liegt uns am Herzen.“

Jede Abteilung soll sich um den Teamgeist kümmern

Desma orientiert sich dabei an den Wünschen der rund 220 Mitarbeiter: Jede Abteilung gestaltet ihre Teambildung selbst. Entsprechend vielfältig sind denn auch die Aktivitäten – das Spektrum reicht vom Restaurantbesuch über Paintball-Spiele bis zu Schifffahrten auf der Weser.

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