Sinn oder Unsinn? Vom Streit um die ?Herdprämie": AKTIV im Norden

Nord-Wort

Sinn oder Unsinn? Vom Streit um die „Herdprämie"

Es wird noch heftig darum gerungen – um das Betreuungsgeld. Ausgangspunkt war die Feststellung der Politik, dass viele Eltern ihre Erziehungspflichten vernachlässigen. Ein flächendeckendes Kita-Angebot sollte Abhilfe schaffen. Also wurde der Anspruch auf einen Kita-Platz per Gesetz verankert, obwohl es gereicht hätte, vor allem besonders erziehungsbedürftige Kinder zu fördern.

Das aber erzeugte bei vielen Politikern – insbesondere aus dem bürgerlichen Lager – ein Gefühl der Ungerechtigkeit. Denn Familien, die ihre Kinder in der Regel bestens selbst erziehen, gehen leer aus, während andere die teuren Kitas in Anspruch nehmen können.

Also erfand man das „Betreuungsgeld“, frei nach dem Motto: Staatsknete für alle. Einige Politiker hoffen wohl auch, so den Ansturm auf die teuren Kitas bremsen zu können.

Das Betreuungsgeld würde also einen Ausgleich bieten für nicht in Anspruch genommene staatliche Leistungen. Das hieße, weiter gedacht, dass auch die Nicht-Besucher von Universitäten, Theatern, Schulen und Bädern ein
„Beruhigungsgeld“ fordern könnten. Freibier für alle im Lande Absurdistan!

Schließlich verdreht das Betreuungsgeld die Förderung bildungsferner Kinder ins Gegenteil. Denn gerade in Problemfamilien wird im Zweifelsfall Bares auf die Hand einer ordentlichen Erziehung in der Kita vorgezogen.

In Thüringen ist man längst weiter. Hier soll das bereits eingeführte Betreuungsgeld wieder abgeschafft werden, „weil es viele Eltern davon abhält, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, und gerade von den Familien gern in Anspruch genommen wird, deren Kinder eine professionelle Betreuung bitter nötig hätten“, so der Bildungsminister.
Kommentar überflüssig.


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