Postkarten aus aller Herren Länder: AKTIV im Norden

Mitarbeiter des Monats

Postkarten aus aller Herren Länder


Die Pinnwand in der Werkstatt ist eine Weltreise – auf bunten Postkarten, die Auslandsmonteure von Liebherr-MCCtec aus nahezu allen Winkeln der Erde nach Rostock geschickt haben.

Sven Czerwinski hat einige beigesteuert. Seit der 29-Jährige vor sechs Jahren bei Liebherr anheuerte, ist er in mehr als 20 Ländern gewesen, um dort Hafenmobil- und Portalkrane in Betrieb zu nehmen.

Monatelang war er so auf Achse. „Einmal kamen neun Monate am Stück zusammen“, erzählt Czerwinski. „Erst ging es nach Neuseeland, dann folgte Kuwait und danach wieder Neuseeland.“

Der Job als Auslandsmonteur wurde für Czerwins­ki zum Déjà-vu des eigenen Fernwehs. 1983 in der Hafenstadt Rostock in eine Seefahrerfamilie hineingeboren, wuchs der einzige Sohn mit der Sehnsucht nach fernen Ländern auf. „Ich träumte davon, zur See zu fahren.“

Doch der Vater riet ihm ab. Die Handelsschifffahrt habe längst ihren romantischen Reiz verloren, meinte er.

Den Job verdankt er seiner Frau

Czerwinski orientierte sich also neu. Mit erweitertem Realschulabschluss in der Tasche entschied er sich für zwei Berufe in einem: Mechatroniker. Beim Bahnkonzern Railion lernte der Rostocker die komplexen technischen Systeme von Diesel- und E-Loks kennen. Dreieinhalb Jahre Lehrzeit, anschließend bot ihm das Unternehmen diverse Arbeitsstellen im gesamten Bundesgebiet zur Auswahl an. Nicht aber in Rostock.

Zu den Eigenheiten von Seeleuten gehört, dass sie sehr heimatverbunden sind. So kannte Czerwinski es schon von seinem Vater. Ihm geht es genauso. „Rostock ist für mich eine der schönsten Städte überhaupt. Ich wollte nie weg.“ Er blieb und fand Arbeit in einem kleinen Betrieb. Eines Tages machte Ehefrau Annina ihren Sven auf eine Anzeige in der Zeitung aufmerksam. Der Kranhersteller Liebherr suchte Auslandsmonteure.

Im Rostocker Seehafen war 2005 in einem neuen Werk des Unternehmens die Produktion maritimer Krane gestartet. Hightech-Aggregate, vollgestopft mit Elektronik und Hydraulik, die weltweit verkauft werden. „Als ich so einen Riesenkran zum ersten Mal von innen sah, war ich mir nicht sicher, ob ich das packe.“

Nach nur einem Vierteljahr ging es bereits ins Ausland. Für vier Monate nach Sewastopol, der ukrainischen Hafenstadt am Schwarzen Meer.

Es folgten zahlreiche Einsätze und immer wieder neue Eindrücke von Ländern und Leuten. Czerwinski: „In der Ukraine erinnerte manches an die frühere DDR, in Indien ist noch viel Armut zu sehen, und in Neuseeland sind die Menschen am freundlichsten.“

Wechsel auf den Prüfstand

Seit einem halben Jahr ist nun erst mal Schluss mit den ständigen Auslandsreisen. Czerwinski hat sich entschieden, als Vorarbeiter auf den Prüfstand des Rostocker Liebherr-Werks zu wechseln.

Unlängst traf er dort einen Kunden, den er in Indonesien kennengelernt hatte. Dieser deutete an, es wäre ihm am liebsten, wenn Czerwinski auch den nächsten Hafenmobilkran bei ihm in Betrieb nehmen würde. Ein Kompliment, und schon war es wieder da, das Fernweh ...

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