Mit wachem Blick: Im Job und im Urlaub: AKTIV im Norden

Mitarbeiter des Monats

Mit wachem Blick: Im Job und im Urlaub

Alles in Ordnung? Technikräume mit Schalterschränken sind für die Siemens-Energie-Expertin Shima Ramezani ein häufiger Einsatzort. Foto: Kirchhof


Alles in Ordnung? Technikräume mit Schalterschränken sind für die Siemens-Energie-Expertin Shima Ramezani ein häufiger Einsatzort. Foto: Kirchhof
Alles in Ordnung? Technikräume mit Schalterschränken sind für die Siemens-Energie-Expertin Shima Ramezani ein häufiger Einsatzort. Foto: Kirchhof

Shima Ramezani fahndet nach Energieverschwendern und erkundet als Rucksacktouristin fremde Länder

Hamburg. Normale Spaziergänge durch die Stadt kennt sie gar nicht mehr. Während andere entspannt über den Bürgersteig schlendern, „liest“ sie Gebäude: Shima Ramezani betrachtet dann Fenster und Fassaden und versucht schon von außen zu erkennen, ob das Haus Energie verschwendet.

Sie kann nicht anders, denn das ist ihr Job: Ramezani ist Ingenieurin für Elektro- und Regelungstechnik bei Siemens. Und als Expertin für Gebäude-Automation hilft sie Unternehmen dabei, Energie und damit Geld zu sparen.

Seit drei Jahren arbeitet die 28-Jährige in einem der „Greenteams“ von Siemens. Mit Erfolg. Die Hamburger Arbeitsagentur zum Beispiel spart dank effizienterer Technik jedes Jahr 170.000 Euro an Energiekosten, und das Gebäude stößt 40 Prozent weniger Kohlendioxid aus. „An so was mitzuarbeiten, tut total gut“, sagt Ramezani.

Ein wenig die Welt verbessern

Von Hamburg aus ist die junge Ingenieurin im ganzen Norden im Einsatz. Aufgewachsen ist sie in Bremen – jedoch erst seit ihrem fünften Lebensjahr. Geboren wurde sie im heutigen Iran, den sie lieber Persien nennt.

Zwischen Iran und Irak tobte damals der erste Golfkrieg: „Ich erinnere mich an die Stunden im Bunker, auf dem Schoß meiner Mutter, die meinen kleinen Bruder noch im Bauch hatte.“ Diese Kriegserinnerung führt noch heute zu Diskussionen zwischen den Geschwistern.„Mein Bruder kann damit viel pragmatischer umgehen. Deshalb sind wir bei den Schlussfolgerungen auch nicht immer einer Meinung.“

Ramezani ist froh darüber, dass sie mit ihrem eigenen Beruf ein wenig zur Verbesserung der Welt beitragen kann, wie sie sagt. Dass sich die zierliche Frau in Männerdomänen behauptet hat, sowohl an der Universität als auch im Job – das mag vielleicht aus dem Elternhaus kommen: Die Eltern sind beide Ingenieure.

Spaß an Mathe und Physik

Allerdings: Ihr Vater, der aus politischen Gründen den Iran verlassen musste und in einem Bremer Industrie-Unternehmen nach kurzer Zeit eine neue Arbeit fand, wünschte sich für seine Tochter eine Zukunft als Medizinerin. „90 Prozent der Iraner wollen, dass ihre Kinder Ärzte werden“, sagt sie lachend. „Aber ich kann nicht mal bei mir selbst Blut sehen.“

Der Spaß an Mathematik und Physik führte sie schließlich zu den Ingenieurwissenschaften. „Ich kenne Mädels, die mit guten Mathe-Noten im Abi doch lieber BWL oder Design studiert haben. Das ist schade“, findet sie. Die Arbeit als Ingenieurin habe ja nicht nur mit Maschinen zu tun, sondern auch mit Menschen: „Jeder Kunde ist anders, jede Lösung wird passgenau entwickelt. Das ist hochkreative Arbeit.“

Als kleines Mädchen habe sie immer Detektivin sein wollen, sagt Shima Ramezani. Und als Spürnase für Energie-Effizienz ist sie das auch irgendwie geworden. Die Neugier, nicht nur in Schaltschränke zu schauen, befriedigt sie auf Reisen: „Ich erkunde auf eigene Faust die Länder mit dem Rucksack – da komme ich am besten mit den Menschen vor Ort ins Gespräch.“

Venezuela, China und Australien hat sie so schon bereist. Dieses Jahr ist Thailand dran.

Peter Haas

 

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