Jugendarbeitslosigkeit einfach verbieten?: AKTIV im Norden

Kommentar

Jugendarbeitslosigkeit einfach verbieten?


Die Wirtschaftskrise liegt hinter uns, so weit hinter uns, dass manche Bedenkenträger schon den nächsten Abschwung herbeiorakeln.

In Deutschland steigt die Beschäftigung, die Arbeitslosigkeit sinkt, ebenso die Jugendarbeitslosigkeit. Zu verdanken ist das alles vernünftigen Tarifabschlüssen, kluger Arbeitsmarktpolitik und einer starken Wirtschaft.

Im Süden Europas sieht es anders aus. Dort gibt es zwar Mindestlöhne, auch für junge Menschen, aber auch viele Jugendliche, die (gerade deshalb?) keinen Job haben. Insgesamt sind rund 7,5 Millionen junge Leute betroffen. Ein Trauerspiel.

Doch nun gibt es Hoffnung: „EU will die Jugendarbeitslosigkeit verbieten“, titelt eine große deutsche Zeitung. Dahinter verbirgt sich die Idee, dass sich jede Regierung in der EU verpflichtet, junge Menschen nach vier Monaten ohne Job in irgendeine Form von Beschäftigung zu vermitteln.

Das wirft Fragen auf. Sind die Leute dann Staatsbeschäftigte? Wo wird der Beschäftigte überhaupt benötigt? Wer zahlt was?
Vor allem aber stellt sich die Frage, ob die EU dafür überhaupt zuständig ist. Ist sie das Super-Arbeitsamt in Europa? Sind die Arbeitslosen Europas jetzt auch in der Verantwortung der EU, der die sich einfach durch ein weiteres Verbot entzieht?

Einfach zu verbieten, was nicht gefällt, ist ohnehin so ein europäischer Unfug, etwa bei der Glühlampe oder der krummen Gurke. Als Nächstes plant man das Verbot von Pfeifentabak, Zigarillos und Menthol im Tabak.

Die EU als Supernanny? Wer hat das gewollt? Dann kann sie gleich die Armut verbieten, ebenso wie Hunger und Krankheit. Denkbar wäre auch ein Verbot, für Staatsanleihen Zinsen zu nehmen, zum Beispiel für solche aus Griechenland. Das wäre die Rettung aus der Krise für den Süden Europas, oder?
Nein danke! Besser wirtschaften ist angesagt.

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