Industrie liegt vorn!: AKTIV im Norden

Lohn-Anstieg

Industrie liegt vorn!

So sieht die Bilanz des Statistischen Bundesamtes aus

Wiesbaden. Arbeit in der Industrie wird heute ein Viertel besser vergütet als vor anderthalb Jahrzehnten – und dabei ist die Teuerung schon herausgerechnet. Das zeigt eine aktuelle Übersicht des Statistischen Bundesamts.

„Unsere Zahlen beziehen sich auf die effektiv gezahlten Entgelte, sie berücksichtigen also alle betrieblich vereinbarten Sonderregeln“, betonte der Bundesamt-Experte für Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung,Stefan Hauf, im Gespräch mit AKTIV.

Auf dem Papier haben die Stundenlöhne und -gehälter im Zeitraum 1991 bis 2006 sogar um durchschnittlich 66 Prozent zugelegt. Weil gleichzeitig die Verbraucherpreise um rund ein Drittel gestiegen sind, ergibt sich unter dem Strich ein echtes Plus von 24 Prozent. Die Grafik unten zeigt: Die Industrie-Vergütungen haben sich um ein Vielfaches kräftiger entwickelt als die Entgelte im Rest der Wirtschaft.

Das ist eine positive Folge des globalen Wettbewerbs: Er zwingt die Industrie stärker als andere Sektoren zu Innovationen und immer höherer Produktivität.

Nur zu einem kleinen Teil hat der Anstieg der Durchschnittsverdienste mit der Aufholjagd im Osten zu tun. „Der fällt nicht so sehr ins Gewicht“, stellt Statistiker Hauf klar. „Seine Wirtschaftsleistung betrug ja im Vergleichsjahr 1991 gerade mal ein Zehntel der gesamtdeutschen.“

Auch netto deutlich mehr

Das Entgelt-Plus von 24 Prozent je Stunde bedeutet deutlich mehr Wohlstand – obwohl zwei Dinge dagegen stehen: Im Jahr 2006 arbeitete der durchschnittliche Industrie-Beschäftigte knapp 3 Prozent weniger Stunden als 1991, erhielt also weniger bezahlt; zudem zahlte er gut 2 Prozentpunkte mehr Sozialabgaben. Und der Nettolohn steigt weiter: Auch die Tarifabschlüsse 2007 liegen über der Inflationsrate.

Lam


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