In Hamburg steht ein Algenhaus: AKTIV im Norden

Pflanzen-Wände produzieren Energie

In Hamburg steht ein Algenhaus


Hamburg. Nanu, wohnt da jemand im Aquarium? An einer Mietshaus-Fassade in Hamburg-Wilhelmsburg hängen 129  große Glaspaneele, in denen giftgrünes Wasser schwappt. Regelmäßig steigen dicke Blasen mit einem lauten „Blubb“ auf. „Das sind Bioreaktoren“, erklärt Hydrobiologe Martin Kerner. „Darin wachsen Algen, die Energie und Biomasse produzieren.“

Urbaner Ackerbau ist vor allem an Industrie-Gebäuden denkbar

Der Geschäftsführer der Hamburger Biotechnologie-Firma SSC hat das Algenhaus (BIQ) für eine Gebäudeausstellung konzipiert. Er will Energie mittels Fotosynthese gewinnen: Das Kohlendioxid liefern Abgase der hauseigenen Gasheizung, Licht gibt’s von draußen gratis. Aus den Meerespflanzen lässt sich in Biogasanlagen Energie produzieren. „Aber das wäre Verschwendung“, findet Kerner.

Wertvolle Inhaltsstoffe machen die glitschige Masse interessant, etwa als Fischfutter, Nahrungsmittel oder Rohstoff für die Pharma- und Kosmetik-Industrie. Doch woher kommt dann die Energie? „Die Fassadenelemente sind nicht nur Algenreaktoren, sondern auch Solarthermie-Module“, erklärt Kerner. „Wir können gut 38 Prozent der eingestrahlten Sonnenenergie als Wärme einfangen.“

Die „Biohaut“ live erleben: Wir haben in Hamburg ­einen Clip gedreht – jetzt online zu sehen:

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