Ein Herz für alte Kähne: AKTIV im Norden

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Ein Herz für alte Kähne


Der Geruch von Öl und Farbe und Meer, der Lärm der Maschinen – Schiffe sind seit fast 30 Jahren die große Liebe von Jens Schmelzer.

Diese Sehnsucht liegt in der Familie. „Mein Opa war Schiffsingenieur, mein Urgroßvater Kapitän“, erzählt der gebürtige Wolfsburger. Nur der Vater hatte mit Schiffen nichts zu tun: Er war Postbeamter.

„Ich wollte hinaus in die Welt und bin nach der Lehre erst mal zur See gefahren“, sagt der Schiffselektrotechniker. Sieben Jahre lang schipperte er über alle Meere, unterbrochen von Phasen, in denen er im Hamburger Hafen Kräne und Containerbrücken reparierte.

Alles begann mit der „Rickmer Rickmers“

Vor 15 Jahren hörte er aus privaten Gründen mit der Seefahrt auf, doch ohne Schiffe ging es für Jens Schmelzer natürlich nicht: Er heuerte beim Hamburger Familienunternehmen Karl Dose an, das hochwertiges Elektroinstallationsmaterial für Schiffe herstellt, etwa Schalter, Stecker oder Steckdosen.

Inhaber Ullrich Dose erklärt: „Auf See gelten besonders hohe Qualitätsanforderungen, da das Material durch Salzwasser und UV-Strahlung extrem strapaziert wird und man bei einem Brand ja nicht einfach aussteigen kann.“

Der Betrieb fertigt Premiumprodukte, etwa aus Edelstahl oder Messing. Jens Schmelzer ist für das Qualitätsmanagement zuständig und an technischen Entwicklungen beteiligt.

Bei der Inbetriebnahme ist er meist persönlich an Bord dabei und kennt dadurch viele Schiffe wie seine Westentasche. „Schiffe sind fast wie Menschen – jedes hat seine eigenen Macken“, findet der 49-Jährige. Auch in seiner Freizeit lässt ihn das Thema nicht los. Seit rund 30 Jahren engagiert er sich in verschiedenen Vereinen für den Erhalt alter Schiffe.

Alles begann 1983 mit der „Rickmer Rickmers“, die heute als schwimmendes Museum im Hamburger Hafen liegt. Der 117 Jahre alte Frachtsegler wurde 1987 fertig, und Schmelzer suchte eine neue Aufgabe. So kam er zur „Stettin“.

Der 1933 gebaute Dampf-Eisbrecher war in einem traurigen Zustand, als der Trägerverein ihn 1981 vom Staat übernahm. Viel Arbeit für Schmelzer, der zeitweise jede freie Minute in die Reparatur steckte. „Dadurch erhalten wir eine alte Technik, die sonst einfach aussterben würde“, sagt er.

Seit 2003 engagiert sich der Pinneberger außerdem auf dem 1883 gebauten Lotsenschoner „Elbe“, der von einem weiteren Trägerverein fahrtüchtig gehalten wird. Schmelzer: „Wir veranstalten Fahrten auf Nord- und Ostsee, um Geld für den Unterhalt zu sammeln.“ Die Begeisterung des sonst so ruhigen Mannes ist offensichtlich ansteckend. Inzwischen sind schon 4 seiner insgesamt 42 Arbeitskollegen mit dabei, darunter auch Lebenspartnerin Doris Weirauch.

Aktive Hilfe vom Arbeitgeber

„Ohne die Unterstützung der Firma Dose würde das alles gar nicht funktionieren“, sagt Schmelzer. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren unzählige Teile für die Reparatur der Schiffe gespendet. Außerdem dürfen die Schiffsbegeisterten die Werkstätten benutzen.

„Die historischen Schiffe sind beim Hafengeburtstag und anderen Veranstaltungen immer dabei, als wichtiger Bestandteil der maritimen Kultur Hamburgs“, erklärt Geschäftsführer Dose sein Engagement.

Die Unterstützung der Karl Dose GmbH wird wohl auch künftig gefragt sein. Derzeit reparieren Schmelzer und die anderen Vereinsmitglieder nämlich den Stückgutfrachter MS Bleichen.

Das 1958 gebaute Schiff soll in den nächsten zwei bis drei Jahren wieder fahrtüchtig gemacht werden.

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22525 Hamburg

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