Ein Einsatzleiter für die ganze Welt: AKTIV im Norden

Porträt

Ein Einsatzleiter für die ganze Welt


Achim. Ein Techniker in Argentinien kämpft gegen unerwünschte Farbschlieren in Schuhsohlen, in Portugal gibt’s einen Transportschaden und in Indonesien macht die Maschine Mucken …

Heinz-Dieter Volkmann kennt die Lösung, wenn Kunden oder Techniker aus der ganzen Welt beim Schuhmaschinenbauer Klöckner Desma in Achim bei Bremen anrufen. Er besorgt fehlende Teile, hilft dem Techniker bei kniffligen Problemen, beruhigt ungeduldige Kunden, die Angst vor teuren Ausfalltagen haben.

„Das kann fünf Stunden dauern oder fünf Minuten“, sagt er. Oft kann er das Problem schon am Telefon oder anhand von Fotos lösen. „Manchmal ist nur die Sicherung rausgesprungen oder ein Filter muss gereinigt werden.“

Er kennt sich aus. Zwölf Jahre lang ist der ausgebildete Konstruktionstechniker Volkmann selbst als Monteur in der ganzen Welt unterwegs gewesen, um die Schuhmaschinen in Betrieb zu nehmen.

Das 215-Mann-Unternehmen ist Weltmarktführer bei hoch automatisierten Rund­tischanlagen für die sogenannte Direktansohlung von Schuhen. Über 90 Prozent der Kunden sitzen im Ausland. Zwölf hauseigene Techniker reisen durch die Welt, um die Maschinen einzurichten und zu reparieren.

„Herr Volkmann ist fast schon eine Vaterfigur für unsere oft sehr jungen Techniker“, sagt sein Chef, Kundendienstleiter Jörg Zilz.

Zu Desma kam Heinz-Dieter Volkmann im Jahr 1985 – durch Zufall. „Meine Eltern hatten die Stellenanzeige in der Zeitung gesehen, und ich wurde genommen.“

Sein erster langer Einsatz waren drei Monate in Argentinien – und das ausgerechnet während der Fußball-Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko mit dem Endspiel Deutschland-Argentinien. „Die Atmosphäre nach dem 3:2 für die Argentinier war unbeschreiblich“, schwärmt er noch heute.

Mehr Zeit für die Familie

Danach war er in den USA, in China und in vielen anderen Ländern. „Diese Zeit hat mich geprägt“, sagt er. Und fügt hinzu: „Ich habe sehr viel Armut gesehen und genieße es deshalb umso mehr, wie gut es uns in Deutschland geht.“

Seine Jugendliebe Ingrid, mit der Volkmann seit dem Jahr 1978 verheiratet ist, hielt währenddessen zu Hause die Stellung. In der Stadt Hoya kümmerte sie sich um die beiden inzwischen erwachsenen Töchter.

„Irgendwann wollte ich mehr Zeit für die Familie haben.“ Deshalb wechselte Heinz-Dieter Volkmann 1997 auf seine jetzige Position im Innendienst.

Weniger aufregend als früher ist sein Job trotzdem nicht: Die zwölf Techniker müssen auf ihren bis zu sechswöchigen Einsätzen betreut werden, Telefon und Mail halten den 58-Jährigen auf Trab. „Es macht richtig Spaß, wenn man den jungen Leuten helfen und seine Erfahrung weitergeben kann.“ Die Auslandseinsätze früherer Tage vermisst er nicht.

„Ich habe alles schon einmal gesehen.“ Könnte ihn denn gar nichts locken? „Naja“, sagt er „Wenn ich noch einmal in die USA mit diesen tollen Landschaften dürfte, würde ich nicht Nein sagen.“

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