Die Peene-Werft in Wolgast ist gerettet: AKTIV im Norden

Nach der Insolvenz

Die Peene-Werft in Wolgast ist gerettet


Die Nachricht, auf die alle gewartet hatten, kam kurz vor Weihnachten: Der Betrieb auf der Wolgaster Peene-Werft geht weiter, das Unternehmen wird von der Bremer Lürssen-Werft übernommen, sofern das Kartellamt kein Veto einlegt.

Mit dem Verkauf ist auch das Ende der P+S Werften GmbH besiegelt, die erst vor zweieinhalb Jahren entstanden war. Damals hatte man die Peene-Werft mit der Volkswerft im 70 Kilometer entfernten Stralsund zu einer Gesellschaft vereinigt, um gemeinsam der Schiffbau-Krise zu trotzen.

Der Plan ging nicht auf. Und als der Bund und das Land Mecklenburg-Vorpommern eine millionenschwere Rettungsbeihilfe stoppten, musste das Unternehmen Ende August 2012 Insolvenz anmelden.

Lürssen übernimmt 285 Mitarbeiter der Wolgaster Werft, weitere 75 Beschäftigte erhalten befristete Verträge mit der Option auf eine Festanstellung. Außerdem können alle 65 Azubis bleiben.

Neben Lürssen hatten die Rostocker Tamsen-Werft und der arabische Schiffbauer Abu Dhabi Mar an den Verkaufsverhandlungen teilgenommen. Am Ende erhielten die Bremer den Zuschlag, weil sie mit rund 20 Millionen Euro das beste Gebot abgegeben hatten.

Eigentümerwechsel bereits zum 1. Mai

Lürssen beschäftigt rund 1.400 Mitarbeiter an sechs Standorten und hat sich auf den Bau von Marineschiffen und Luxus-Jachten spezialisiert. Die Werft ist in Familienhand, sie wird von Friedrich und Peter Lürssen geführt.
Die Übernahme der Peene-Werft soll zum 1. Mai vollzogen werden. Der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken, begrüßte die Entscheidung und sagte, dies sei ein „guter Tag für Wolgast“.

Offen blieb zunächst, wie es mit der Stralsunder Volkswerft weitergeht. Laut Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann ist bis Ende Januar mit einem Ergebnis zu rechnen.

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