Den Tag der Arbeit gemeinsam feiern: AKTIV im Norden

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Den Tag der Arbeit gemeinsam feiern

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Der 1. Mai ist gerade vorbei, und mancher von Ihnen wird vielleicht einen Kurzurlaub gemacht haben. Auf jeden Fall konnten Sie Ihre Freizeit genießen. Auf einer Kundgebung waren vermutlich die wenigsten von Ihnen.

Eigentlich schade. Nicht, dass ich zur Teilnahme an Demonstrationen der Gewerkschaften aufrufen möchte. Mein Vorschlag ist ein anderer: Warum feiern wir den 1. Mai nicht gemeinsam? Arbeitnehmer und Arbeitgeber! Denn Gründe zum Feiern gibt es an diesem Feiertag allemal.

Nehmen wir nur die Zahl der Jobs: Allein 2013 haben die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie insgesamt 42.000 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Seit dem Ausklingen der Wirtschaftskrise im März 2010 wurden sogar 286.000 Stammarbeitsplätze im Herz der Wirtschaft geschaffen.

Auch für Azubis gibt es gute Nachrichten: Der Tarifvertrag sieht vor, dass sie ab diesem Monat im vierten Lehrjahr erstmals in der Geschichte mehr als 1.000 Euro im Monat verdienen.

„Ohne eine Tarifeinheit bekommen immer die Lautesten das größte Stück vom Kuchen“

Kein Wunder, dass viele Länder uns beneiden. Im 19. und 20. Jahrhundert war es noch Amerika, das „die Müden, die Armen, die unterdrückten Massen“ anlockte (so steht es auf dem Sockel der Freiheitsstatue). Nun sehen viele Deutschland als den Inbegriff eines Landes, in dem ein gutes Leben wartet – Stabilität, Freiheit, Wohlstand.

Das haben wir auch geschafft, weil wir lieber arbeiten, statt zu streiten. Ich meine die Sozialpartnerschaft von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Auch sie ist ein Grund zum Feiern. Vor allem in der Metall- und Elektro-Industrie gelingt uns stets eine gute Balance der Interessen.

Eine Ausnahme in diesem ausgewogenen System bilden die Spartengewerkschaften. Wer auf den Wert einer Solidargemeinschaft setzt, muss das Prinzip „Ein Betrieb – ein Tarifvertrag“ im Gesetz verankern. Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag die Tarifeinheit versprochen. Ohne sie bekommen die Lautesten das größte Stück vom Kuchen. Das geht auf Kosten der Mehrheit. Und das kann keiner wollen. Dafür könnte man am 1. Mai sogar gemeinsam demonstrieren.


Der Autor

Nico Fickinger ist Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Nordmetall und AGV Nord, die „AKTIV im Norden“ möglich machen.

Diskutieren Sie mit ihm: nordwort@aktivimnorden.de

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