Betreuungszeit für Oma und Opa?: AKTIV im Norden

Sozialstaat

Betreuungszeit für Oma und Opa?


Kinderbetreuung tut not! Das ist bekannt, und der Staat ist hier hier nicht untätig. Kitas, Horte und Ganztagsschulen sozialisieren die Sorge um das Wohl der Kinder, die immer mehr unser aller Kinder werden.

Nun will Familienministerin Kristina Schröder die Elternzeit erweitern. Im edlen Wettstreit um mehr Soziales (auch Wahlkampf genannt) entstand die Idee, auch Oma und Opa für die Betreuung der Enkel einzusetzen, wie damals auf dem Bauernhof. Klingt sympathisch. Und lässt der Mutter Zeit für ihre allseits gewünschte Berufstätigkeit.

Der Haken ist: Die Lasten der Freistellung trägt der Arbeitgeber der Großeltern. Ihm fehlen Fachkräfte, er darf im Krisenfall nicht kündigen, er muss bei hohem Auftragseingang auf Zeitarbeitnehmer zurückgreifen (und wird dafür im Zweifel auch noch beschimpft), er hat Verwaltungsaufwand und, und, und.

Man muss sich fragen: Hören beim „Sozialen“ das Rechnen und die Rücksicht auf die Wirtschaft auf? Außerdem: Wer sind eigentlich Oma und Opa im Sinne des Gesetzes? Unsere Gesellschaft mit ihren Patchwork-Familien und diversen Lebensentwürfen gibt da keine klare Antwort. Was ist, wenn Oma sich in einen anderen Mann verliebt – ist der dann der „neue“ Opa? Was ist, wenn der Sohn eine Frau mit zwei Kindern von zwei Männern heiratet – sind dann alle Eltern der Männer auch Großeltern? Am Ende kommt es noch soweit, dass man mithilfe von Juristen klären muss, wer als Opa und Oma gelten darf.

Ohnehin reibt man sich verwundert die Augen über die Bedenkenlosigkeit, mit der Soziales auf Pump versprochen wird. Da konkurriert etwa die teure Kita mit dem Betreuungsgeld, wobei sich die Kosten addieren. Da wettstreiten teure Rentenmodelle der Parteien für Geringverdiener, koste es, was es wolle. Und letztlich wird das Gemeinwesen überlastet. Griechenland ist überall!

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