Aufzüge nach Maß: AKTIV im Norden

Reportage

Aufzüge nach Maß


Die Hamburger Firma Hütter baut spektakuläre Schräglifte für Kunden in aller Welt

Was für Filmemacher der „Oscar“, ist für die Hersteller von Aufzügen die Auszeichnung „Projekt des Jahres“ der Zeitschrift „Elevator World“ aus Mobile im US-Bundesstaat Alabama.

Wer eine davon hat, gilt als gut. Wer zwei hat, gehört zu den Besten der Zunft. Und mit dreien ist man, um in Bild zu bleiben, im obersten Stockwerk der Branche angekommen.

Kein Wunder also, dass beim Familienbetrieb Hütter kräftig gefeiert wurde, als kürzlich zum dritten Mal der Preis eintrudelte. Die von den Brüdern Achim und Bernd Hütter geleitete Firma ist seit 125 Jahren im Lift-Geschäft, auf besondere Art: Sie zählt zu den Weltmarktführern bei maßgeschneiderten Schrägaufzügen.

Auch in der Krise weiter gewachsen

Am Firmensitz im Hamburger Stadtteil Glinde muss man ein Weilchen suchen, wenn man die „Aufzug-Oscars“ bestaunen will. Norddeutsches Understatement: Sie stehen nicht protzig in einem Schrein am Eingang, sondern in einem Regal im Besucherraum.

Die Kunden wissen auch so Bescheid. Die Auftragslage ist sehr gut, wie Geschäftsführer Bernd Hütter bei einem Rundgang berichtet. „Wir haben selbst in der Wirtschaftskrise 2008/2009 den Umsatz gesteigert, er liegt 2011 bei 15 Millionen Euro. Und Kurzarbeit hat es hier nicht gegeben.“

Aktuell beschäftigt die Firma 80 Mitarbeiter. „Ein großer Teil ist ständig unterwegs“, erzählt Hütter. „Unser Geschäft hat viel mit Montage und Wartung zu tun. Zudem gibt es immer wieder große Aufträge, für die unsere Leute um die halbe Welt reisen.“

Eines dieser Projekte führte die Hanseaten letztes Jahr bis nach Xi’an in China. Hier entstand ein 148 Meter hoher Tempel in der Form betender Hände. Seine Spitze beherbergt eine ganz besondere Reliquie: einen Knochen von Siddhartha Gautama, dem Begründer des Buddhismus.

Die Chinesen wollten eine spektakuläre Lösung, und Hütter lieferte sie: vier Schräglifte, die im Eiltempo von zweieinhalb Metern pro Sekunde täglich bis zu 6.000 Menschen nach oben bringen.

Den Anstoß gab die Hamburger Hochbahn

Möglich sind solche Erfolge nur deshalb, weil Hütter über Jahre hinweg konsequent eine gut eingespielte Mannschaft aus Fachkräften aufgebaut hat. Mitarbeiter wie Alf Elbeshausen, der seit 1991 als Lackierer für das Unternehmen arbeitet.

Elbeshausen war schon an mehr als 500 Lift-Projekten beteiligt. „Jedes war irgendwie anders“, sagt er. „Das Tolle an dem Job ist, dass es ständig neue Herausforderungen gibt. Aufzüge sind ja meist maßgefertigte Einzellösungen. Man lernt immer dazu. Das ist auch nach 20 Jahren noch spannend.“

Apropos „dazulernen“: Die Sache mit den Schrägliften ist eigentlich eine Idee, die aus der Not geboren wurde. In den 80er-Jahren stellte man nämlich bei der Hamburger Hochbahn fest, dass es viel zu wenig behindertengerechte Aufzüge für die Fahrgäste gab. Da aber der Bau senkrechter Schächte für normale Lifte baulich und wirtschaftlich kaum möglich war, kam man auf Schräglifte: Sie können relativ einfach auf die schräge Ebene der Treppenstufen montiert werden und bieten trotzdem genug Platz für Rollstühle.

Das war der Einstieg in eine unbesetzte Nische. Bernd Hütter: „Der Markt für Schrägaufzüge ist zwar nicht riesengroß, aber sehr attraktiv, und wir sind in diesem Bereich heute die erste Adresse.“

Ein anderer Markt dagegen, in dem Hütter mal ganz vorne mitspielte, ist mittlerweile so gut wie tot: der Bau von Paternostern. Im Hamburger Kontorhaus Sprinkenhof gibt es ­eines der wenigen Exemplare, die noch in Betrieb sind.

Bernd Hütter kennt den Aufzug gut, denn hier hat er als kleiner Steppke immer mit seinem Bruder Achim Fangen gespielt. Hütter: „Der Paternoster wurde bereits 1927 von unserem Opa gebaut, aber er ist unverwüstlich wie ein VW Käfer: Er läuft und läuft und läuft…“

Clemens von Frentz

Hütter-Aufzüge GmbH

Der Hamburger Betrieb, an dem neben den geschäftsführenden Brüdern Achim und Bernd zwei weitere Geschwister und ihre Mutter beteiligt sind, ist seit 1886 auf Aufzüge spezialisiert. Neben Schrägliften baut die Firma auch klassische Aufzüge und Komponenten. Hütter beschäftigt insgesamt rund 80 Mitarbeiter.

 

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