Audi, BMW & Co.: Warum die Deutschen ihre Autos in aller Welt bauen: AKTIV im Norden

Wettbewerbsfaktor Globalisierung

Audi, BMW & Co.: Warum die Deutschen ihre Autos in aller Welt bauen

Berlin. 14,9 Millionen Pkws liefen letztes Jahr bei deutschen Herstellern vom Band – so viele wie noch nie! Zwei Drittel davon wurden im Ausland montiert, ebenfalls Rekord.

Innerhalb von nur zehn Jahren hat sich die Produktion deutlich verschoben – hin zu den boomenden Absatzmärkten. Wo die deutschen Konzerne ihre Autos bauen, zeigt unsere folgende Weltkarte. Die Daten für die Grafik hat der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Berlin exklusiv für AKTIV im Norden zusammengetragen (die komplette Liste der Länder haben wir für Sie unter aktivimnorden.de/autobau aufgelistet):


Karte: Panthermedia
Karte: Panthermedia

Trotz der neuen Fabriken im Ausland nahm auch die Fertigung in Deutschland zu. Mit Abstand am stärksten jedoch zog die Produktion in Asien an. Audi, BMW & Co. haben allein in China letztes Jahr 3.965.000 Pkws hergestellt – fast sieben Mal mehr als 2004.

China bald wichtiger als der EU-Markt

Dort setzten die deutschen Konzerne 2014 rund 4,4 Millionen Pkws ab – nur 220.000 weniger als in der ganzen EU. In diesem Jahr dürfte China zum wichtigsten Markt werden.

Durch eigene Werke vor Ort entfallen Einfuhrzölle, Transportkosten sinken, und die Löhne sind meist niedriger. Zudem werden ausländische Unternehmen in China ohnehin gesetzlich gezwungen, zumindest einen Teil der Fertigung dort zu erbringen.

So präsentiert sich VW in den USA: Die Studie „Cross Coupé GTE“, die jüngst auf der Detroit Motor Show zu sehen war. Foto: dpa
So präsentiert sich VW in den USA: Die Studie „Cross Coupé GTE“, die jüngst auf der Detroit Motor Show zu sehen war. Foto: dpa

1,2 Millionen Pkws montierten die deutschen Konzerne in Nordamerika – vor allem für den weltweit zweitwichtigsten Markt, die USA. 2004 waren es erst 443.000 Autos.

Dank einer weltweit verteilten Produktion verkraften die Hersteller Konjunkturschwankungen in einzelnen Ländern besser. Wie etwa in Russland, wo der Verkauf letztes Jahr um 10 Prozent absackte.

In den USA hingegen zieht die Konjunktur an. Entsprechend groß sind die Erwartungen der Branche in das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen EU und USA – Zölle und andere Handelsschranken würden so abgeschafft.

Noch müssen die Autobauer wegen unterschiedlicher Vorgaben in Europa und den USA viele Bauteile doppelt entwickeln. Dabei unterscheiden sich Blinker, Stoßstangen oder Außenspiegel meist nur in Nuancen.

TTIP würde zum Beispiel BMW viel bringen: Das Unternehmen baut die Fabrik in Spartanburg (US-Staat South Carolina) zu seinem größten Standort aus.

Mehr zum Thema:

2004 war noch Spanien zweitwichtigster Produktionsstandort von Audi, BMW & Co. Heute ist es China. In welchen Ländern die Unternehmen heute fertigen, zeigt folgende Grafik – mit exklusiven Daten vom Verband der Automobilindustrie.

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