Alle ziehen an einem Strang: AKTIV im Norden

Bildung

Alle ziehen an einem Strang


Beim Projekt „startIng!“ arbeiten Erstsemester wie Ingenieure

Kiel. Für Erstsemester im Hörsaal ist die Arbeit in der Praxis noch sehr weit weg. Das will die Fachhochschule Kiel ändern – mit „startIng!“. In Zusammenarbeit mit einem Industrie-Unternehmen gibt die Hochschule Erstsemestern Einblicke in den Berufsalltag eines Ingenieurs.

Diesmal mussten 120 Erstsemester des Fachbereichs Ma­schinenbau, darunter 15 Frauen, ein sicheres und ef­fizientes Bremssystem für Roll-Skier entwickeln.

Das sollte nicht schwerer als 350 Gramm sein. Und der Bremsweg des Sommer-Trainingsgeräts für Skilangläufer durfte 20 Meter bei 20 Stundenkilometern nicht überschreiten. Entwickelt hat die Aufgabe der diesjährige Projektpate, der Engineering-Dienstleister Ferchau.

Weitere Unterstützung für das Projekt, das 2006 ins Leben gerufen wurde, kommt unter anderem vom schleswigholsteinischen Wirtschaftsministerium und vom Arbeitgeberverband Nordmetall. „Je früher Studierende erleben, wie relevant die Fragen aus der Theorie in der Praxis sind, umso eher hält die Energie bis zum Abschluss“, so Peter Golinski, Leiter Bildungspolitik bei Nordmetall.

Wertvolle Erfahrungen beim Tüfteln

Den Erstsemestern – aufgeteilt in zehn Teams – stehen erfahrene Studenten zur Seite, um bei Problemen weiterzuhelfen. Professoren der FH und Ferchau-Ingenieure beantworten ebenfalls Fragen. „Letztlich gilt das Prinzip der minimalen Hilfe, denn die Studenten sollen selbst Lösungen finden“, so Jan Henrik Weychardt, Professor für Maschinenbau und einer von drei Projektleitern.

Den meisten Teams gelingt das. So auch in diesem Jahr. „Wir haben uns für eine Konstruktion aus Klettband, Hebel, Seil, Umlenkrolle und Bolzen entschieden“, sagt die 21-jährige Ann-Katrin Lembke. Das Tüfteln habe ihr eine wertvolle Erfahrung gebracht: „Wenn mein Berufsleben so aussieht, ist es toll.“

Bettina Köhler

 

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