Zielstrebig zum Traumberuf: AKTIV im Norden

Porträt

Zielstrebig zum Traumberuf


Lemwerder. Aller guten Dinge sind drei – wäre es nach diesem Sprichwort gelaufen, hätte Daniela Backhaus ihren Traumjob wohl nie bekommen.

Sie hatte mit Ende 20 bereits drei Abschlüsse in der Tasche und war bestens qualifiziert. Aber sie wollte mehr und hängte noch ein Studium dran. Das brachte ihr den Titel „Bachelor of Engineering“ ein – und eine spannende Aufgabe bei der Lürssen Werft in Lemwerder.

Die Zielstrebigkeit, die sie dort im Jachtbau braucht, ist typisch für die Bremerin. Bereits mit 16 Jahren hatte sie einen klaren Plan, an dem sie sich bei der Berufswahl orientierte. „Ich wusste genau, was ich nicht wollte,“ erzählt sie. „Viele Berufe fand ich eher uninteressant, für andere war ich kaum geeignet. Das hat die Auswahl erleichtert.“

„Der Aufwand war hoch, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich würde es wieder machen“

Am Ende standen auf ihrer Liste noch vier Ausbildungsbetriebe, denen sie einen Bewerbungsbrief schickte. So kam sie an eine Lehrstelle als Technische Zeichnerin.

Als sie 1996 fertig war, dauerte es nicht lange, bis das nächste Ziel feststand: Backhaus begann ein Fernstudium zur staatlich geprüften Maschinenbautechnikerin. Nebenberuflich, versteht sich, denn nach der Lehre hatte die Firma sie gleich übernommen.

Ende 2001 war es geschafft, und schon vier Jahre später stürzte sie sich in das nächste Studium, diesmal mit dem Abschluss Technische Betriebswirtin.
Wie schafft man das alles, wenn man eine Vollzeitstelle und einen eigenen Hausstand hat? „Gute Frage“, sagt sie. „Das klappt nur, wenn man sehr diszipliniert ist und die Familie mitzieht.“

„Familie“ heißt hier vor allem: der Ehemann, ein Bankangestellter, der ebenfalls aus Bremen stammt und mit dem sie bereits seit 13 Jahren verheiratet ist.

2007 folgte der Wechsel zur Lürssen Werft, wenig später der Beginn des (vorerst) letzten Studiengangs: Maschinenbau an der Wilhelm Büchner Hochschule in Pfungstadt.

Seit März 2012 ist Daniela Backhaus nun „Bachelor of Engineering“ und kann mit ihrem Mann endlich die freien Feierabende genießen, die sie neun Jahre lang nicht hatte. „Der Aufwand war hoch“, sagt sie, „aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich würde es wieder machen.“

Stolz auf die größte Jacht der Welt

Bei Lürssen ist sie nun für die Schiffsbetriebstechnik der Jachten zuständig. Sie legt technische Spezifikationen für Pumpen und Behälter aus und konzipiert unter anderem die Feuerlöschanlagen und Brandschutzpläne.

Der letzte Neubau, an dem Daniela Backhaus beteiligt war, sorgte im April weltweit für Aufsehen, als er erstmals auf der Weser zu sehen war. Die „Azzam“ hat eine Länge von 180 Metern und ist damit die größte Jacht der Welt.

Ein Meilenstein für Danie­la Backhaus: „So ein Schiff ist eine einzigartige Verbindung aus Design und Technik. Ich bin stolz darauf, dass ich meinen Teil dazu beitragen kann.“

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