Wie Kaffeeplausch zum Unternehmenserfolg beitragen kann: AKTIV im Norden

Das etwas andere Betriebsleben

Wie Kaffeeplausch zum Unternehmenserfolg beitragen kann


Freitagmittag, 13.20 Uhr in einem Gewerbe-Neubau in Rostock. Der Chef eilt mit zwei Gästen aus Hamburg über den Flur und stößt auf einige Mitarbeiter, die ganz entspannt mit einem Kaffee in der Ecke stehen und palavern. Eine Standard-Reaktion wäre jetzt: Die Runde löst sich umgehend auf, alle Beteiligten verkrümeln sich an ihren Arbeitsplatz. Aber nichts dergleichen passiert. Die drei quasseln munter weiter und nicken ihrem Brötchengeber jovial zu. Der grüßt zurück und freut sich, dass das Trio so gute Laune hat.

Eine gestellte Szene, eigens arrangiert für die Besucher aus der Hansestadt? Geschäftsführer Thomas Lambusch lacht. „Nein“, sagt er, „alles echt. Willkommen bei SEAR. Hier konnten Sie gerade sehen, wie gut das Kommunikationskonzept unseres neuen Hauses funktioniert.“

Spezialist für den Offshore-Bereich

Auf der nächsten Etage wird klar, was er damit meint. Auch hier gibt es eine Kaffee-Ecke, in der sich die Mitarbeiter zwanglos austauschen können. Lambusch: „Wir haben rund 180 Beschäftigte, von denen viele oft unterwegs sind. Umso wichtiger ist es, dass die Leute Gelegenheit haben, miteinander zu reden.“

Dass Kommunikation für ihn so wichtig ist, hängt mit seinen eigenen Erfahrungen als Angestellter zusammen. Lambusch arbeitete lange in Konzernstrukturen mit „eher zähem Informationsfluss“. Sein heutiges Unternehmen ist ein Mittelstandsbetrieb, der sich auf elektrotechnische Anlagen, Automations- und Fertigungsleitsysteme spezialisiert hat. Dazu gehören auch die Umspann-Plattformen auf See, die den Offshore-Strom an Land bringen.

Das Geschäft läuft gut – so gut, dass SEAR selbst die jüngste Wirtschaftskrise ohne Schaden überstand. Personalleiter Gunnar Hänsel: „Wir mussten keinen einzigen Mitarbeiter entlassen und konnten komplett auf Kurzarbeit verzichten.“

Fußbodenheizung kühlt im Sommer

Technische Kompetenz zeigen: Darauf kam es SEAR auch beim Neubau des Firmensitzes an. Daher gab es diverse Meetings mit dem Architekten, ehe im Januar 2012 schließlich die Bagger anrollen konnten.

Das Ergebnis ist ein helles und großzügiges Gebäude mit überdurchschnittlichen Energieeffizienz-Werten. Dreifach verglaste Fenster halten im Winter die Kälte draußen, und geheizt wird mit einer Fußbodenheizung, die im Sommer die Büros der Mitarbeiter bei Bedarf kühlen kann.

Auch optisch unterscheidet sich der neue Firmensitz von den Gebäuden der Nachbarschaft. Thomas Lambusch: „Die Fassade ist mit Elementen aus eloxiertem Aluminium beplankt, das je nach Licht in allen Farben changiert.“

Nachdem der Neubau und der Umzug in einer Rekordzeit von knapp elf Monaten erledigt waren, startet die Firma nun ein anderes Projekt, das unter dem Kürzel BGM läuft. BGM steht für „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ und soll dazu beitragen, die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter weiter zu verbessern.

Personalchef Hänsel: „Unterstützt vom Arbeitgeberverband Nordmetall und verschiedenen Instituten erarbeiten wir gemeinsam mit der Belegschaft einen Maßnahmenkatalog, der alle Bereiche der Arbeitswelt abdeckt.“ Dabei gehe es unter anderem um die Ergonomie am Arbeitsplatz, um richtige Beleuchtung und gesunde Ernährung.

„Die Jungs sind richtig aufgeblüht“

Im Vorgriff auf diese Aktion erhielten die Mitarbeiter beim Umzug höhenverstellbare Tische und neue Bürostühle, die nach den neuesten medizinischen Erkenntnissen entworfen sind.

Ein weiteres neues Vorhaben ist bereits mit großem Erfolg angelaufen: SEAR bildet wieder aus und hat nun gleich drei Azubis im Betrieb. Alle hatten zuvor ein Studium abgebrochen. Geschäftsführer Lambusch: „Eine super Wahl. Bei uns sind die Jungs richtig aufgeblüht.“

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