Wie ein Industriemeister von Blohm + Voss Bedürftigen hilft: AKTIV im Norden

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Wie ein Industriemeister von Blohm + Voss Bedürftigen hilft

Wenn im übernächsten Jahr der 140. Gründungstag von Blohm + Voss (B + V) ansteht, ist das wohl auch für die alten Hasen der Werft ein ganz besonderer Anlass zum Feiern. Immerhin hat ihr neuer Chef Fred van Beers gerade erst beschlossen, künftig verstärkt auf den Bau von Luxus-Jachten zu setzen.

Spannende Zeiten also, auch für Thomas Fok (51). Er ist seit 1981 dabei und hat in diesen 34 Jahren einiges erlebt. Die große Schiffbaukrise etwa, die Ende der 90er-Jahre zu einem massiven Stellenabbau bei B + V führte. Und den überraschenden Auftragsboom, der danach folgte.

„Verrückte Zeiten waren das“, erzählt der gelernte Rohrinstallateur, der damals gerade seine Fortbildung zum Industriemeister abgeschlossen hatte. „Plötzlich hatten wir jede Menge zu tun und suchten händeringend Personal.“ Fok selbst wechselte in dieser Phase von der Rohrinstallation in die Instandhaltung, in der er bis heute arbeitet.

Der Hamburger erinnert sich: „Wir waren anfangs zu zweit. Ich habe den Job gemeinsam mit einem 54-jährigen Kollegen gemacht, der den Betrieb wie seine Westentasche kannte. Als er schließlich in Rente ging, kamen über 350 Leute zur Abschiedsfeier. Das erlebt man selbst in so einem großen Betrieb selten.“

Kollegiales Miteinander und soziales Engagement spielen eine wichtige Rolle für Fok, das wird schnell klar, wenn man ihm zuhört. Aber er redet nicht nur, sondern tut auch etwas. 2009 gehörte er beispielsweise zu den ersten Mitgliedern des Vereins „Der Hafen hilft“, der von der jungen Ingenieurin Anja van Eijsden gegründet worden war.

Der Verein (der-hafen-hilft.de) vermittelt Helfer und Sachspenden an soziale Einrichtungen und hat bereits in etlichen Fällen geholfen. Erst kürzlich stand wieder ein Großeinsatz an: Ein anderer Hamburger Verein, der sich um Flüchtlinge kümmert, hatte einen großen Container voller Kleiderspenden auf dem Hof und brauchte Unterstützung beim Sortieren und Sichten. Sofort rückten rund 20 Hafen-Helfer an, und am Abend war alles erledigt.

Seine Hobbys Fotografieren und Fußball bleiben bei so viel Engagement schon mal auf der Strecke, aber das ist dem Norddeutschen nicht so wichtig. Fok: „Für solche Projekte gilt das Gleiche wie in unserem Job – ohne Herzblut geht da gar nix. Außerdem helfe ich gern. Zu sehen, wie die Leute sich freuen, ist einfach toll.“


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