Wie die Initiative Nordchance Plus jungen Flüchtlingen hilft: AKTIV im Norden

Integration

Wie die Initiative Nordchance Plus jungen Flüchtlingen hilft

Der Arbeitsmarkt boomt, viele Betriebe leiden bereits unter dem Fachkräftemangel, aber für Flüchtlinge ist die Jobsuche oft immer noch schwierig. Hier setzt das Projekt Nordchance Plus an, das 2016 gestartet wurde.

Die Initiative ist eine gemeinsame Aktion des Arbeitgeberverbands Nordmetall mit der Agentur für Arbeit, dem Bildungsträger Steep sowie Hamburger Firmen der Metall- und Elektro-Industrie (M+E) und wird derzeit zum zweiten Mal durchgeführt. Nordchance Plus richtet sich an Flüchtlinge bis 27 Jahre, die Interesse an einer gewerblich-technischen Ausbildung und bereits ausreichende Sprachkenntnisse haben.

Das Ziel ist, ihnen eine berufliche Orientierung zu bieten, sie auf eine Ausbildung vorzubereiten und in ein Lehrverhältnis zu vermitteln. Dies geschieht in zwei Phasen. In einer fünfmonatigen Aktivierungsphase, die der berufspraktischen Orientierung dient, lernen die Teilnehmer die deutsche Sprache, das nötige Fachvokabular und Mathematik. Zudem machen sie sich in dieser Zeit mit der deutschen Kultur vertraut.

Danach wechseln sie für sechs bis zwölf Monate zur Einstiegsqualifizierung in ein Unternehmen. Auch in dieser Zeit vertiefen die Jugendlichen ihre Sprachkenntnisse und lernen die für eine Ausbildung nötige Fachtheorie in ihrem jeweiligen Betrieb. Während der gesamten Projektlaufzeit werden die Teilnehmer außerdem sozialpädagogisch begleitet.

Rund 60 Prozent der Teilnehmer haben eine Lehre begonnen

Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch: „Wir freuen uns sehr, dass der erste Jahrgang von Nordchance Plus so erfolgreich war. Rund 60 Prozent der Teilnehmer haben eine Ausbildung in der Metall- und Elektro-Industrie begonnen. Eine tolle Quote. In diesem Jahr können wir sogar etwa 20 junge Geflüchtete bei ihrem Einstieg in den Arbeitsmarkt unterstützen.“

Integration, so Lambusch, könne nur über Qualifizierung funktionieren. Nötig seien daher zügigere Integrationsvorbereitungen des Staates, und zwar solche, die an realen Arbeitsanforderungen orientiert seien.

Eines der Unternehmen, die von Anfang an dabei sind, ist Philips Medical Systems. Ausbildungsleiter Norbert Rix: „Wir wollen junge Menschen mit Fluchthintergrund bei den ersten beruflichen Schritten unterstützen und sind daher Teil des Projekts. Allerdings zeigen die Erfahrungen auch, dass viel Engagement und Durchhaltevermögen auf allen Seiten nötig ist.“

Mehr dazu gibt es im TV-Kanal von Nordmetall:

nordmetall.de


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