Vorsicht Falle: AKTIV im Norden

Immobilien

Vorsicht Falle

Tipps für Mieter, die vom Eigenheim träumen

Wer sein Häuschen abbezahlt hat, kann mit gutem Gewissen in Rente gehen – eine Binsenweisheit. Auf dem Weg zum Eigenheim können Unvorsichtige allerdings leicht ins Stolpern geraten.

Grundsätzlich gilt: Kein Kauf ohne Erspartes! „Wir raten zu mindestens 30 Prozent Eigenkapital“, betont Evelyn Keßler, Expertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Wobei man nicht etwa  alle Spargroschen ins Projekt stecken darf: Ein Polster von vier Nettomonatsgehältern  für Notfälle ist ein Muss.

Mieten oder kaufen? Wer darüber nachdenkt, darf nicht nur auf den Kaufpreis schielen. „Man muss erhebliche Nebenkosten berücksichtigen“, weiß Keßler. Notarkosten, Grunderwerbsteuer und so fort ergeben je nach Region bis zu 14 Prozent des Preises: Beim Häuschen für 150.000 Euro kommen also schnell 20.000 Euro dazu.

Unterschätzte Folgekosten

Und nach dem Kauf bleibt es nicht bei den Raten für die Bank. Die Grundsteuer muss bezahlt werden, die Gebäudeversicherung, bei Eigentumswohnungen oft ein Verwalter. „Beim Immobilienkauf ist die Belastung viele Jahre höher als bei einer vergleichbaren Mietwohnung“, warnt Keßler.

Zudem würden oft die Folgekosten unterschätzt, etwa für einen neuen Heizkessel.

Als Faustregel für Hausbesitzer empfiehlt der Verband Haus & Grund, „jährlich etwa 1,5 Prozent der Herstellungskosten“ für Instandhaltung und Reparaturen zu sparen.

Beim Kauf einer gebrauchten Immobilie sollte denn auch unbedingt ein Fachmann beurteilen, welche Maßnahmen in absehbarer Zeit fällig werden. Bauherren sollten sich ebenfalls von unabhängigen Experten beraten lassen, die etwa die Leistungsbeschreibung unter die Lupe nehmen. „Häufig fehlen wichtige Positionen in der Kalkulation, beispielsweise die Hausanschlüsse“, warnt die Verbraucherschützerin, „und oft gelten die Preise nur für eine einfache Grundausstattung, jeder Sonderwunsch treibt den Endpreis spürbar in die Höhe.“

Vor dem Kauf muss auch die Lebensplanung auf den Prüfstand. Wer räumlich mobil sein will oder muss, bleibt besser in der Mietwohnung. „Immobilien sind eine sehr unflexible Form der Kapitalanlage“, sagt Keßler, „bei Engpässen ist das Kapital nicht schnell verfügbar.“ Und nicht immer bekommt man alles Geld zurück: „Man muss vor allem im ländlichen Raum und in Regionen mit schlechter Infrastruktur damit rechnen, dass Immobilien an Wert verlieren.“

Doch Geld ist bekanntlich nicht alles im Leben. Das eigene Haus bietet viel mehr

Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung, der eigene Garten macht nicht nur den Kindern Freude. Keßler weiß: „Mit einer Immobilie kauft man sich immer auch ein Stück Lebensqualität.“

Info: Rechenhilfe

Lohnt sich ein Kauf für mich – und was kann ich mir leisten? Antworten geben gute und kostenlose Internet-Programme:

www.interhyp.de/baufinanzierung-rechner.html

www.finanztest.de/kaufen_oder_mieten


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