Vielen Offshore-Projekten droht das Aus: AKTIV im Norden

Energiewende

Vielen Offshore-Projekten droht das Aus

Ausbau-Stopp: Viele Windpark-Entwickler sind verärgert. Foto: Imago

Zahlreiche Entwickler von Nordsee-Windparks bekamen kürzlich unerfreuliche Post vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Darin teilt das Amt mit, dass küstenferne Windpark-Projekte in absehbarer Zeit nicht mehr genehmigt werden. Viele geplante Projekte stehen damit vorerst vor dem Aus.

Grund für diese neue Wende in der Energiepolitik ist die Beschluss der Bundesnetzagentur, vorerst keine weiteren Netzanschlüsse für diese Offshore-Windparks mehr zu planen.

Damit reagiert die Agentur auf die bereits Mitte 2014 beschlossene Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), mit der die ehemals sehr ambitionierten Regierungsziele beim Ausbau auf See massiv zurückgenommen werden. Statt 10.000 Megawatt (MW) bis zum Jahr 2020 strebt man jetzt nur noch 6.500 MW an.

Die Branche reagierte alarmiert. „Das ist das Ende der Energiewende“, sagte der Bremer Gunnar Passchier gegenüber dem „Weser-Kurier“. Der Ingenieur ist Geschäftsführer einer Firma, die gleich drei Nordsee-Projekte mit insgesamt 1.800 MW Leistung plante. Passchier: „Es macht nun keinen Sinn mehr, mit Investoren zu sprechen. Das kann ich mir sparen.“

Ähnlich deutlich wurde die Stiftung Offshore-Windenergie. Vorstands-Chef Jörg Kuhbier sagte: „Die Branche braucht Investitions- und Planungssicherheit und keinen weiteren ‚Stopp und Go‘-Mechanismus.“

Ronny Meyer von der Offshore-Wind-Industrie-Allianz ergänzte: „Im Vertrauen auf die Ausbauziele der Regierung haben viele Projektentwickler bereits Ende des letzten Jahrzehnts mit der Planung weiterer Windparks begonnen. Dabei wurden für einzelne Projekte jeweils zweistellige Millionenbeträge investiert.“


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