Sonnige Aussichten: AKTIV im Norden

Sonnige Aussichten


Solarenergie ist ein heißes Geschäft – davon möchte Arca profitieren

Krefeld. Noch ist es eine Vision: Riesenspiegel sammeln in der Sahara Sonnenstrahlen, übertragen die ungeheure Hitze auf Wärmetauscher, erzeugen so Wasserdampf, der wiederum Turbinen antreibt. Aus Sonnenlicht wird Strom! Ein Zukunftsmarkt mit Milliardenpotenzial. Und Arca Regler aus Tönisvorst bei Krefeld will unter den Ersten sein, die von dem heißen Geschäft profitieren.

Das Familienunternehmen produziert unter anderem Regelventile für solarthermische Kraftwerke. Die Ventile steuern den Durchfluss von Wasserdampf und Wärme-Öl in den Leitungen.

„Energie aus der Sonne zu gewinnen – das ist faszinierend“, sagt Geschäftsführer Joachim Lukoschek. Solarthermische Kraftwerke stehen bereits in Spanien und den USA. Aber das ist erst der Anfang.

Spezialist für knifflige Dinge

Im Rahmen des Großprojekts Desertec werden in der Sahara künftig gewaltige Mengen Solarstrom hergestellt. Geschätzte Investitionssumme bis zum Jahr 2050: rund 500 Milliarden Euro. Ein Konsortium aus zwölf Firmen, darunter Siemens und Eon, treibt das Vorhaben voran, das künftig ein Sechstel des europäischen Strombedarfs decken könnte.

 

Bislang rüstet Arca hauptsächlich Kohle- und Gas-Kraftwerke aus. Dabei haben neue Märkte und neue Herausforderungen die Tönisvorster schon immer gereizt. Schließlich gelten sie als Spezialisten für Dinge, „die nicht ganz ohne sind“, wie Lukoschek sagt. Egal, ob hoher Druck, extreme Temperaturen, aggressive Säuren und Ölschlämme – oder penible Reinheit: Die Ventile vom Niederrhein sind diesen Anforderungen gewachsen. Mehr noch – die Firma gehört zu den Top 100 der innovativsten Mittelständler bundesweit und wurde ins Verzeichnis der deutschen Weltmarktführer aufgenommen.

Viel Geld für patente Produkte

Mehr als 100 Patente hat das Unternehmen in den rund 90 Jahren seiner Geschichte angemeldet. Das Neueste ist „Arcapro“, der erste Antrieb, dessen Steuereinheit ins Gehäuse integriert ist. Die kompakte Form spart Material und Montagezeit, das Bauteil kann fertig eingerichtet in die Anlage eingefügt werden.

Arca beschäftigt zwölf Konstrukteure und gibt bis zu 7 Prozent des Jahresumsatzes für Forschung und Entwicklung aus. Das ist fast doppelt so viel wie der durchschnittliche F+E-Aufwand in der deutschen Wirtschaft.

„Unser Vorzug größeren Wettbewerbern gegenüber ist die Flexibilität“, sagt Lukoschek. „Bei uns muss kein Vorstand genehmigen, ob Geld für eine innovative Entwicklung frei ist.“ Das Unternehmen ist stark exportorientiert: Direkt oder indirekt gehen 80 Prozent der Produktion ins Ausland – bis nach China, Indien und Russland.

 

Wie jene Teile, an denen André Ilski hantiert. Er baut den Antrieb eines Regelventils zusammen, vorgesehen ist das Produkt für eine solarthermische Anlage. Die Arbeit wird ihm und seinen Kollegen so schnell nicht ausgehen. Denn die alternativen Energien sorgen für sonnige Aussichten ...

Matilda Jordanova-Duda

Info: Arca Regler GmbH

Das Unternehmen produziert Regelventile mit elektrischen, pneumatischen und hydraulischen Antrieben. Sie kommen in der Chemie- und der Lebensmittel-Industrie, in Raffinerien, Stahl- und Hüttenwerken sowie in der Kraftwerktechnik zum Einsatz. Die Firma beschäftigt 210 Mitarbeiter und gehört zur Arca-Flow-Gruppe. Diese hat insgesamt 500 Mitarbeiter und setzte 2010 rund 100 Millionen Euro um.

 

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