So geht´s beim Metallspritzen zu: AKTIV im Norden

Für dieses Verfahren gibt es weltweit nur noch ein paar Unternehmen

So geht´s beim Metallspritzen zu


Motorventile von der Größe eines Klodeckels, Kolbenstangen mit dem Durchmesser eines Maibaums: In der Halle von DMI Drechsler sieht man gleich, woher die Kunden kommen. Das kleine Unternehmen am Rand des Hamburger Hafens ist spezialisiert auf Marinetechnik und die Instandsetzung von Großkomponenten für Schiffsmotoren.

Dazu gehört auch das Metallspritzen – ein Beschichtungsverfahren, das nur wenige Firmen im norddeutschen Raum beherrschen. „Damit lassen sich metallische und nicht metallische Oberflächen veredeln, die hohen Beanspruchungen ausgesetzt sind“, erklärt Betriebsleiter Thomas Thieke: „Ein großer Vorteil des Verfahrens ist seine Vielseitigkeit: Man kann je nach Bedarf sowohl metallische als auch oxidkeramische Werkstoffe auftragen.“

Die Legierung wird einfach aufgesprüht – wie beim Lackieren

Wie das in der Praxis funktioniert, demonstriert Thiekes Kollege Andy Bunk an einem mächtigen Stahlring, der vor einigen Tagen angeliefert wurde. Er stammt aus dem Bugstrahlruder eines Containerfrachters und soll bei DMI instand gesetzt werden.

Am Morgen wurde er gründlich gereinigt und entfettet, danach hat ihn ein Mitarbeiter mit einer Gasflamme auf etwa 70 Grad erwärmt. Dann geht’s los, Bunk rückt seinen Gehörschutz zurecht und wirft den Metallspritz-Brenner an.

Der faucht so laut, dass man sich nur noch mit Händen und Füßen verständigen kann. Bunk deutet auf einen Draht, der über eine mechanische Zuführung kontinuierlich in den Brenner geschoben wird. Dort schmilzt die Metall-Legierung und wird vom heißen Gasstrahl auf die Oberfläche geschleudert – fast so wie beim Lackieren mit einer Spritzpistole.

Kunden aus aller Welt schicken ihre Teile nach Hamburg

Betriebsleiter Thieke: „Dadurch ist es möglich, die Dicke der aufgetragenen Schicht zu variieren. Manchmal reichen schon 0,05 Millimeter, in anderen Fällen trägt man bis zu 5 Millimeter auf. Die richtige Menge ist auch eine Frage der Erfahrung.“

Und davon hat DMI Drechsler reichlich, denn der Betrieb ist seit über 60 Jahren im Geschäft. Es gibt Stammkunden, die ihre Teile regelmäßig um die halbe Welt schicken, um sie in Hamburg beschichten zu lassen.

Auch die Schiffsmotoren-Teile, die zur Reparatur bei DMI landen, sind oft weit gereist. Thieke: „Große Schiffe rechnen sich nur im Dauereinsatz. Das hält kein Motor ewig aus. Irgendwann macht einfach ein Zylinderdeckel schlapp. Oder ein Kolbenring.“

Zu Letzterem passt es, dass der Geschäftsführer der DMI GmbH Peter Jackson heißt – so wie der Regisseur des Kino-Dreiteilers „Herr der Ringe“.

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DMI Wolfgang Drechsler GmbH
Hohe-Schaar-Str. 40-42
21107 Hamburg

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