Schnell sein ist alles: AKTIV im Norden

Schnell sein ist alles


So machen sich die Mitarbeiter von Assa Abloy wettbewerbsfähiger

Albstadt. Das klingt schwierig: Kann ein Unternehmen seine Produkte innerhalb von 48 Stunden ab Bestellung herstellen und weltweit ausliefern? Dieses Ziel jedenfalls hat sich die Belegschaft von Assa Abloy in Albstadt gesteckt. Hier fertigen 400 Leute elektrische Türöffner.

20.000 verschiedene Artikel hat das Unternehmen im Sortiment. Und je schneller die beim Kunden sind, desto wettbewerbsfähiger ist Assa Abloy. „Nur mit Qualität lockt man heute keinen hinter dem Ofen hervor – die wird selbstverständlich vorausgesetzt“, erklärt Werkleiter Norman Wittke. „Wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir uns gegen die Konkurrenz auch aus Billiglohnländern behaupten können.“

Die Kosten sind deutlich gesunken

Um schneller und effizienter zu werden, hat das Unternehmen alle Produktionsabläufe durchleuchtet. Wo gibt es Verbesserungspotenzial? Wie können wir Abläufe vereinfachen, Fehler vermeiden und noch effektiver zusammenarbeiten – und gleichzeitig die Lagerbestände abbauen? Schließlich wollen die Kunden statt Lagerware am liebsten Ware, die eigens für sie produziert wurde.

Das Ergebnis: Statt die Einzelteile in verschiedenen Abteilungen herzustellen, also in Dreherei, Fräserei oder Spritzgießerei, und erst in der Montage zusammenzuführen, werden alle diese Schritte in einer sogenannten Fertigungsinsel erledigt. Zum Beispiel entstehen die Gehäuse der Türöffner direkt neben dem Montageplatz. So sparen sich die Mitarbeiter schon mal die Transportwege.

Die seit 2007 laufenden gemeinsamen Anstrengungen haben eine deutliche Kostenersparnis gebracht, die Arbeitsplätze waren auch während der Krise gesichert. Der Umsatz ist deutlich gestiegen, und gleichzeitig sind die Lagerbestände um 35 Prozent zurückgegangen.

Bei 96 Prozent aller Bestellungen kann Assa Abloy den zugesagten Liefertermin auf den Tag genau einhalten. Und: 70 Prozent sind bereits jetzt innerhalb von 48 Stunden beim Kunden!

Für die Mitarbeiter bedeutet das, dass sie in einer Vorzeige-Fabrik arbeiten. Das Werk in Albstadt ist inzwischen zum Maßstab im ganzen Konzern geworden. „Jetzt heißt es dranbleiben“, sagt Werkleiter Wittke.

Um den Erfolg einerseits zu sichern und andererseits dauerhaft auszubauen, hat sich Assa Abloy für eine regelmäßige Selbstbewertung nach dem System „EFQM“ entschieden. EFQM wurde von der European Foundation for Quality Management entwickelt – das ist eine gemeinnützige Organisation, die eine Vorgehensweise zur Verbesserung und Bewertung der Unternehmensleistung anbietet.

Auszeichnung schwarz auf weiß

Das ist das Ziel: aufzuzeigen, welche Voraussetzungen das Management schafft, um die Unternehmensziele einzuhalten, und was es dann in Bezug auf all seine Interessenten und Betroffenen erreicht.

Dokumentiert wird dies durch ein Bewertungssystem, das Stärken und Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigt. Und dass sich der Betrieb durch eine externe Prüfung bestätigen lassen kann.

Wolfgang Pfeffer vom Arbeitgeberverband Südwestmetall betreut das Projekt. Er erläutert: „Unternehmen wie Assa Abloy, die dieses System erfolgreich anwenden, erhalten eine international anerkannte Bestätigung ihrer exzellenten Vorgehensweise.“

Assa Abloy hat auf den ersten Anlauf mit der erreichten Auszeichnung „Verpflichtung zur Exzellenz“ bewiesen, dass Geschäftsleitung und Belegschaft nachhaltig nach Verbesserungen und Erfolg streben.

Joachim Sigel

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ASSA ABLOY Sicherheitstechnik GmbHWerk Albstadt (Marke effeff)

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ASSA ABLOY Sicherheitstechnik GmbHWerk Albstadt (Marke effeff)
Bildstockstraße 20
72458 Albstadt

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