Schiffsmotoren-Hersteller stecken viel Geld in umweltfreundliche Antriebe: AKTIV im Norden

Saubere Technik

Schiffsmotoren-Hersteller stecken viel Geld in umweltfreundliche Antriebe


Rostock/Berlin. Der Kreuzfahrtboom hält an. Fast zwei Millionen Deutsche haben 2012 Urlaub auf dem Wasser gebucht, 7  Prozent mehr als im Jahr davor. Was die maritime Branche jubeln lässt, macht Ökologen Sorgen.

Diskutiert werden vor allem die Emissionen der Motoren. Axel Friedrich, Experte für Luftreinhaltung aus Berlin: „Die Abgase enthalten hohe Mengen an Ruß, Schwefel und Stickoxiden, weil die Schiffe meist mit Schweröl und ohne teure Filteranlagen fahren.“

Doch das ändert sich gerade. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation IMO, ein Gremium der Vereinten Nationen, will die Grenzwerte in den kommenden Jahren massiv senken.

Die Branche hat bereits reagiert. So arbeitet beispielsweise die Firma Caterpillar Motoren Rostock seit 2009 an der Entwicklung eines Aggregats, das sowohl mit Schweröl und Diesel als auch mit Gas betrieben werden kann. „Dual Fuel“-Motor nennen die Ingenieure diese Zweistoff-Technik. Im Gasbetrieb werden deutlich weniger Treibhausgase, Schwefel- und Stickoxide ausgestoßen.

Dafür gab es kürzlich Lob von höchster Stelle. Verkehrsminister Peter Ramsauer bescheinigte den Caterpillar-Ingenieuren bei einem Werkbesuch: „Die Nutzung von Flüssiggas zum Antrieb von Seeschiffen ist technisch machbar und wirtschaftlich sinnvoll.“ Ähnliche Vorhaben gibt es bei den Motorherstellern MAN Diesel & Turbo und Wärt­silä. Gemeinsam mit Universitäten und Schifffahrt-Unternehmen arbeiten beide am Projekt „Hercules“, das für die Entwicklung effizienterer Motoren mit niedrigeren Emissionen aufgelegt wurde.

100.000.000 Euro für effiziente Abgasfilter

Einen anderen Weg geht die Reederei Aida Cruises. Sie will 100 Millionen Euro investieren. Zum einen, um ihre Neubauten mit einem leistungsfähigen Filtersystem auszustatten. Zum anderen werden die älteren Schiffe nachgerüstet. Den Anfang macht das älteste Schiff der Flotte, die „Aida Cara“, die 1996 vom Stapel lief.

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