Rohstoffabbau auf dem Meeresgrund: AKTIV im Norden

Nord vor Ort

Rohstoffabbau auf dem Meeresgrund


Die deutsche Industrie bereitet sich auf den Abbau von Metallerzen in der Tiefsee vor. Mitte April wurde in Hamburg der Verein „Deep Sea Mining Alliance“ gegründet – zur Förderung „mariner mineralischer Rohstoffe“.

Gründungsmitglieder sind 17 Institutionen und Unternehmen. Darunter: Wärtsilä, Bauer Maschinen, die Reederei Harren & Partner, Siem Offshore Contractors, die IMS Ingenieurgesellschaft, die Klassifikationsgesellschaften DNV GL und Lloyd’s Register sowie universitäre Forschungseinrichtungen wie die RWTH aus Aachen und die TU Clausthal-Zellerfeld.

Geschäftsführer des Vereins sind Michael Jarowinsky und Johannes Post, dessen Firma Hydromod Technik- und Umweltberatung für die Tiefsee anbietet. Jarowinsky ist zugleich Koordinator des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie initiierten Nationalen Masterplans Maritime Technologien.

Gewaltige Mengen an Metallen wie Kupfer, Zink, Eisen, Gold und Silber

Fachleute wissen seit langem, dass in den Ozeanen enorme Mengen an Rohstoffen aller Art lagern. Bekannt sind vor allem die Manganknollen, die in Tiefen von bis zu 6.000 Metern auf dem Meeresboden liegen.

Daneben gibt es Massivsulfide und Kobaltkrusten, die Metalle wie Eisen, Blei, Zink, Kupfer, Kobalt, Gold und Silber enthalten. Auch Wismut, Molybdän, Antimon, Tellur oder Indium sind im Meer zu finden. Gebraucht werden diese Stoffe zum Beispiel für den Bau von Fernsehern, Handys, Computern oder Windkraftanlagen.

Auch bei einem EU-Vorhaben wollen die Deutschen dabei sein. In Kürze wird in Brüssel über verschiedene Pilotprojekte einer europäischen Rohstoffinitiative entschieden. Darunter ist auch eines in portugiesischen Gewässern rund um die Azoren.

Jarowinsky rechnet mit Investitionen „in dreistelliger Millionenhöhe“, sollte das Vorhaben zustandekommen. „Das wäre das erste Mal, dass wir in Europa ein Pilotprojekt im Tiefseebergbau auf die Schiene setzen.“

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