?Riesiger Kraftakt für Ungeübte?: AKTIV im Norden

Hausbau

„Riesiger Kraftakt für Ungeübte“

Wer bauen möchte, kann sparen, indem er selbst anpackt. Wie viel bringt das – und wo sind die Grenzen? Wir befragten Architekt Bernhard Riedl, einen Experten des Verbandes privater Bauherren (www.vpb.de).

AKTIV: Eigenleistung macht das Häuschen billiger. Was kann ein Bauherr denn selbst machen?

Riedl: Das hängt von seiner handwerklichen Geschicklichkeit ab. Infrage kommen Arbeiten wie Tapezieren, das Verlegen von Fertigparkett oder Außenarbeiten. Aber auch eine Wasserleitung darf man theoretisch selbst verlegen.

AKTIV: Was ist den Profis vorbehalten?

Riedl: Alle Arbeiten, die mit Gas und Elektrizität zu tun haben, sind für den Laien absolut tabu. Hier dürfen nur Handwerker ran, die die dafür vorgeschriebene Eignung nachweisen können.

AKTIV: Wie viel kann denn der Bauherr in etwa sparen, wenn er keine zwei linken Hände hat?

Riedl: Baut jemand zum Beispiel ein Reihenhaus in München, mit Keller und 140 Quadratmetern Wohnfläche, betragen die reinen Baukosten 275.000 Euro. Davon kann er etwa 25.000 Euro sparen. Aber das kostet ihn fast 850 Stunden Schufterei – für einen Ungeübten ein riesiger Kraftakt.

AKTIV: Was sollte ein fleißiger Heimwerker noch wissen?

Riedl: Seine Eigenleistung muss unbedingt schon vor Baubeginn in den Bauablauf eingeplant werden – bei schlüsselfertiger Bauweise sogar vor der Vertragsunterschrift. Nur dann lassen sich die Kosten auch wirklich reduzieren. Wer da mit nachträglichen Wünschen kommt, hat meist das Nachsehen. Außerdem sollte er unbedingt für Helfer eine Versicherung bei der Berufsgenossenschaft abschließen.

AKTIV: Und wenn sich der Bauherr selbst ins Bein bohrt?

Riedl: Ich empfehle da eine Unfallversicherung – die aber über das erhöhte Risiko informiert werden muss.


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