Rettungstechnik kommt vom Unternehmen Weinmann aus Hamburg: AKTIV im Norden

Wenn der Notarzt kommt

Rettungstechnik kommt vom Unternehmen Weinmann aus Hamburg


Der Notruf kommt am frühen Sonntagabend. Verdacht auf Herzinfarkt bei einem Mountainbiker, der im Wald unterwegs war. Als die Notärzte eintreffen, liegt der Mann regungslos am Boden. Sofort beginnen die Wiederbelebungsmaßnahmen. Zehn Minuten später meldet das Team an die Leitstelle: „Patient reanimiert, Puls stabil, wir kommen jetzt rein.“

So wie bei dieser Übung sind bundesweit täglich Hunderte von Notfallärzten im Einsatz, um menschliches Leben zu retten. Die meisten von ihnen sind mit transportablen Geräten ausgestattet, die aus Norddeutschland stammen – genauer gesagt: aus Hamburg. Hier hat die Firma Weinmann ihren Sitz, die international zu den Marktführern ihrer Branche zählt.

Ein Koffer brachte den Durchbruch

Bekannt wurde die Familienfirma, die bis 1967 zu den Lübecker Drägerwerken gehörte, durch den „Ulmer Koffer“. Das handliche Set, eine Entwicklung aus den 70er-Jahren, enthält alles, was ein Arzt für die Erstversorgung braucht, vom Stethoskop bis zu Beatmungs- und Infusionsgeräten. Heute gilt die in Zusammenarbeit mit dem Bundeswehrkrankenhaus Ulm entstandene Ausrüstung als Synonym für Notfallkoffer.

Geschäftsführer Marc Griefahn, der das Unternehmen gemeinsam mit Karl-An­dreas Feldhahn leitet, bilanziert: „Rund 80 Prozent aller deutschen Kranken- und Rettungswagen sind mit unserem Equipment unterwegs. Das Rote Kreuz in Hamburg und in Bayern ist komplett mit Weinmann-Koffern ausgerüstet, und die ADAC-Luftrettung hat ihn ebenfalls an Bord.“

Geräte für den ruhigen Schlaf

Gefertigt werden die Sets im benachbarten Henstedt-Ulzburg, wo die Firma 2006 ein Produktions-, Logistik und Service-Zentrum gebaut hat. Rund 100 der 550 Beschäftigten arbeiten hier, viele davon im Geschäftsbereich Homecare, also häusliche Pflege, neben der Emergency-Sparte die zweite Säule des weltweit tätigen Unternehmens.

Auch in diesem Segment hat Weinmann sich einen Namen gemacht, unter anderem mit Geräten für Patienten mit Schlaf-Apnoe. Griefahn: „Diese Krankheit führt dazu, dass es im Schlaf regelmäßig zu Aussetzern bei der Atmung kommt. Keine Seltenheit – über zwei Millionen Deutsche leiden darunter. Unsere Beatmungsgeräte helfen dabei, dass sie nachts endlich wieder ruhig schlafen können.“

Im Ernstfall kann jeder Laie helfen

Möglich wurden solche und andere Innovationen durch eine konsequente Investition in Forschung und Entwicklung. Fast 20 Prozent des Umsatzes werden jährlich in diesen Bereich gesteckt. Eine beachtliche Summe, wenn man bedenkt, dass das Unternehmen 2012 weltweit rund 92 Millionen Euro umgesetzt hat.

Zu Weinmanns Entwicklungen zählen auch neue Defi­brillatoren – smarte Waffen im Kampf gegen den plötzlichen Herztod, der jährlich allein in Deutschland 130.000 Menschen das Leben kostet.

Ein Defibrillator funktioniert wie ein Elektroschocker, er kann mit einem wohldosierten Stromstoß Herzkammerflimmern stoppen. Doch oft ist der Notarzt nicht rechtzeitig vor Ort. Weinmann baute daher ein Gerät, mit dem selbst Laien im Ernstfall klarkommen. Möglich macht es ein Sprachcomputer, der dem Helfer sagt, was zu tun ist.

Auch innerhalb der Firma spielen Gesundheit und Fitness eine große Rolle. Geschäftsführer Griefahn: „Wir haben unter anderem eine Radsport-Gruppe, die regelmäßig trainiert und jedes Jahr bei den Hamburger Cyclassics mitfährt.“ Der Chef selbst ist immer dabei, mit seinem Kollegen Karl-Andreas Feldhahn. Ehrensache.

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Weinmann Geräte für Medizin GmbH + Co. KG

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Kronsaalsweg 40
22525 Hamburg

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