Pannenhelfer auf hoher See: AKTIV im Norden

Reportage

Pannenhelfer auf hoher See

Teamarbeit: Ein Servicetechniker von Turbo-Technik (links) repariert gemeinsam mit einem Mitarbeiter eines Kunden ein Bugstrahlruder. Foto: Schreiber


Die Experten der Wilhelmshavener Turbo-Technik Reparatur-Werft sind weltweit im Einsatz

Die weitläufige Werkstatthalle wirkt wie ausgestorben. Nur an wenigen Maschinen arbeiten Schlosser und Mechaniker. Ein Betrieb kurz vor der Pleite? „Ganz im Gegenteil“, sagt Werkstattleiter Swen Pawel lachend. „Wir haben jede Menge zu tun. Unsere Leute sind draußen bei Kunden, warten Schiffsmotoren und bauen Industrieanlagen auf.“

Reparaturen von Handels- und Marineschiffen sowie Einsätze in Kraftwerken und Raffinerien sind die Säulen, auf denen das Wilhelmshavener Familienunternehmen Turbo-Technik Reparatur-Werft steht. Vor allem mit Schiffsreparaturen hat es sich einen international guten Ruf erarbeitet. „Mein Vater Dietrich, der die Firma 1967 gründete, ist mit kleinen Teams auf die Schiffe gegangen und hat sie vor Ort repariert“, erzählt Firmenchef Martin M. Dassler.

Die „fliegenden Monteur-Crews“ wurden zu einem Markenzeichen der Firma und sind es bis heute geblieben. „Unsere Fachleute sind rund um den Globus im Einsatz, jederzeit, wenn der Kunde sie braucht“, betont der Chef.

Doch diese „Reisereparaturen“ allein würden die „Spezialwerft ohne Dock“, wie Dassler seinen Betrieb auch nennt, nicht am Leben erhalten. Daher wurde Ende der 80er-Jahre am Wilhelmshavener Nordhafen zusätzlich ein Werkstattbetrieb aufgebaut.

Jede Menge Platz für dicke Pötte

Dort verfügt der Betrieb über eine 315 Meter lange Kaianlage. Durch sie ist es möglich, Schiffe direkt vor der Haustür zu reparieren. Weil der Hafen hinter einer Schleuse liegt, stören Ebbe und Flut die Arbeiten nicht. Zudem verfügt das Hafenbecken über einen Tiefgang von 11,5 Metern – da passen auch dicke Pötte rein.

Für eine optimale Auslastung der rund 120 Mitarbeiter sorgt seit mehreren Jahren der Geschäftsbereich Industrie- und Anlagentechnik. Große Energieversorger wie Eon und Vattenfall gehören hier zum Kundenkreis.

Die Turbo-Techniker installieren, warten und reparieren Kraftwerke. Oft sind sie dabei, wenn neue Technologien eingesetzt werden. „Wir haben auch ein Geothermiekraftwerk in Bayern mit aufgebaut“, so Werkstattleiter Pawel.

Vielseitigkeit als Wettbewerbsvorteil

Und auch bei anderen Verfahren der regenerativen Energienutzung mischt man inzwischen mit. Firmenchef Dassler: „Wir setzen stark auf die Windenergie.“ Möglich ist diese Vielseitigkeit vor allem deshalb, weil der Betrieb eine hoch motivierte und engagierte Belegschaft hat.

„Unsere Mitarbeiter sind flexibel, belastbar und bereit, sich ständig weiterzuentwickeln“, lobt der Chef. So kann der Rohrschlosser die Rohre nicht nur vorrichten, sondern auch schweißen. Und der Elektriker ist in der Lage, komplexe maschinenbauliche Arbeiten zu übernehmen.

Weil es solche „Universal-Spezialisten“ auf dem Arbeitsmarkt kaum gibt, setzt der Betrieb verstärkt auf Ausbildung. Zurzeit lernen zehn Azubis im gewerblichen Bereich. Dassler gibt den Kurs vor: „Wir wollen wachsen. Das geht am besten mit eigenen Kräften.“ Die stehen bereits in den Startlöchern. Im neuen Ausbildungsjahr werden fünf neue Azubis eingestellt.

Lothar Steckel

Turbo-Technik Reparatur-Werft GmbH & Co. KG

Der 1967 von Dietrich Dassler gegründete Betrieb beschäftigt 120 Mitarbeiter und 12 Auszubildende. Sie reparieren Kreuzfahrtschiffe, Gastanker, Massengut- und Containerschiffe, sind Partner von Werften und Schiffsmaschinenherstellern. Zudem kommen sie auf Marineschiffen und im Industrieanlagenbau zum Einsatz. Im Geschäftsjahr 2010/2011 erwirtschaftete die Firma einen Umsatz von rund 15 Millionen Euro.

 

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26384 Wilhelmshaven

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