Operation ?Haiyan?: Hilfsgüter und Geld für Taifun-Opfer: AKTIV im Norden

Nach dem Wirbelsturm

Operation „Haiyan“: Hilfsgüter und Geld für Taifun-Opfer


Sieben Wochen vor Weihnachten brach auf den Philippinen die Hölle los. Der Taifun „Haiyan“ raste mit apokalyptischer Wucht über die asiatische Inselgruppe, und als er ging, hinterließ er Chaos, Tod und Verwüstung. Mehr als 5.700 Menschen starben, rund vier Millionen wurden obdachlos.

Die verstörenden Bilder aus der Katastrophenregion beherrschten wochenlang die Nachrichten, und sie lösten in allen Teilen der Welt eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Auch die Firmen in Norddeutschland reagierten schnell und schickten Hilfsgüter und Geld, um die schlimmste Not zu lindern.

Einer der Ersten war der Autokonzern Daimler, der zwei große Werke in Bremen und Hamburg hat. Das Unternehmen überwies kurzfristig 500.000 Euro an das Deutsche Rote Kreuz, das damit Hilfsgüter wie Hygieneartikel, Kochsets und Zelte für rund 15.000 Menschen beschaffte. Daimler-Chef Dieter Zetsche: „Mit dieser Spende wollen wir schnell und unbürokratisch helfen.“

Gleichzeitig wurden die Mitarbeiter des Unternehmens zu Spenden aufgerufen. Diese gehen ebenfalls direkt ans Rote Kreuz und werden für die Trinkwasseraufbereitung und die Seuchenvorsorge eingesetzt.

Eine weitere Spende kam vom Caterpillar-Konzern, der mit seinen Motoren-Werken in Kiel und Rostock zu den großen Arbeitgebern im Norden zählt. Über die konzernübergreifende Stiftung Caterpillar Foundation flossen 100.000 Dollar, rund 73.000 Euro, an das amerikanische Rote Kreuz.

Mit dem Geld wurden kurzfristig Hilfslieferungen in die betroffenen Gebiete ­finanziert. „Außerdem unterstützen wir hier vor Ort die Seemannsmission Kiel-Holtenau, die sehr viel für die philippinischen Seeleute tut“, so Ronald Brügmann von Caterpillar Motoren in Kiel.

Nach Angaben der Deutschen Seemannsmission arbeiten allein auf deutschen Handels- und Passagierschiffen rund 25.000 philippinische Seeleute. Für den Verband Deutscher Reeder (VDR) ein Grund mehr, umgehend zu helfen. Er stellte 100.000 Dollar Hilfsgelder für die Seeleute und ihre Angehörigen zur Verfügung. „Das Geld soll dort ankommen, wo es größte Not lindern helfen kann“, so VDR-Präsident Michael Behrendt.

Den Seeleuten verbunden fühlt sich auch die Papenburger Meyer Werft, auf deren Kreuzfahrtschiffen viele Menschen von den Philippinen arbeiten. Die Geschäftsführer Bernard Meyer, Lambert Kruse und Jan Meyer sowie der Betriebsratsvorsitzende Thomas Gelder überreichten dem DRK-Präsidenten Rudolf Seiters einen Scheck über 100.000 Dollar. Das Geld ist für den Wiederaufbau bestimmt.

Beim Flugzeugbauer Airbus dagegen ist der Einsatz der hauseigenen Maschinen fast schon Ehrensache. „Die Airbus Corporate Foundation engagiert sich seit 2008 bei internationalen humanitären Einsätzen“, sagt Firmensprecherin Nina Ohlerich. „Wir nutzen die Überführungsflüge von neu ausgelieferten Maschinen für den Transport von Hilfsgütern.“ In Zusammenarbeit mit dem Airbus-Kunden Philippine Airlines und verschiedenen internationalen Hilfsorganisationen starteten bereits drei Maschinen mit Rettungsteams und insgesamt 60 Tonnen Hilfsgütern an Bord in die Krisenregion.

Eine davon, ein brandneuer Airbus A321 für Philippine Airlines, flog Mitte November von Hamburg nach Manila. In der gleichen Woche starteten im französischen Toulouse zwei weitere Hilfstransporte, eine Testmaschine A340 und ein ebenfalls für Philippine Airlines gebauter Airbus A330.

Der Intralogistik-Spezialist Jungheinrich setzte auf ein ganzes Bündel an Maßnahmen: Zunächst überwies der Vorstand 5.000 Euro Soforthilfe an den Kooperationspartner Action Medeor, Europa größtes Medikamentenhilfswerk. Dann begann eine hausinterne Spendenaktion, die von zahlreichen Mitarbeitern unterstützt wurde. Zudem steuerten die Gesellschafterfamilien eine nennenswerte Summe aus ihrem Privatvermögen bei.

„Insgesamt konnten wir so weitere 20.000 Euro bereitstellen“, erzählt Firmensprecher Philipp Pries. Außerdem organisierte der Jungheinrich-Vertrieb in Singapur über einen Händler in Manila einen Gabelstapler, um den Transport von Hilfsgütern vor Ort zu erleichtern.

Neben dieser Akuthilfe engagiert sich Jungheinrich auch langfristig. Schon seit vielen Jahren spenden die Mitarbeiter die Cent-Beträge ihrer Lohnabrechnungen. Die gesammelte Summe wird hinterher vom Arbeitgeber Jungheinrich verdoppelt. Für das Jahr 2013 rechnet man so mit rund 15.000 Euro. „Dieses Geld wird vorrangig in die Katastrophengebiete auf den Philippinen sowie in die Bürgerkriegsgebiete nach Syrien gehen“, so Pries.

Bei ABB Deutschland lief ebenfalls eine Spendenaktion. Bis zum Redaktionsschluss waren bereits rund 74.000 Euro eingegangen, am Ende wird das Unternehmen die gespendete Summe verdoppeln. Insgesamt stehen so voraussichtlich über 150.000 Euro für die Bedürftigen zur Verfügung.

Das Geld überweist ABB an seinen Kooperationspartner Care International Deutschland, mit dem das Unternehmen schon bei den Katastrophen in Haiti und Pakistan zusammengearbeitet hatte. Bereits jetzt hat Care über 24.000 Nothilfepakete auf den Philippinen verteilt. Sie enthalten Lebensmittel oder Materialien wie Planen, Sägen und Draht, mit denen die Menschen ihre zerstörten Unterkünfte zumindest notdürftig reparieren können.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Neueste ArtikelBeliebteste Artikel

Leser-Feedback