Norddeutsche Metall- und Elektro-Industrie: Schwächste Auftragslage seit vier Jahren: AKTIV im Norden

Hoffen auf Besserung

Norddeutsche Metall- und Elektro-Industrie: Schwächste Auftragslage seit vier Jahren

Sorgen: Auch viele Schiffbaubetriebe im Norden sind nicht mit der Entwicklung zufrieden. Foto: dpa

Die Auftragslage der norddeutschen Metall- und Elektro-Industrie (M+E) hat sich spürbar eingetrübt. Nur noch 15 Prozent der Unternehmen bewerten ihren Auftragsbestand als relativ hoch, mehr als doppelt so viele (32 Prozent) aber als zu gering. Und bei 80 Prozent der Betriebe reichen die aktuellen Aufträge nur für höchstens ein halbes Jahr Arbeit.

Das zeigt die jüngste Konjunktur-Umfrage unter den M+E-Arbeitgebern im Norden. Bei dieser Erhebung von Nordmetall, AGV Nord und drei weiteren Arbeitgeberverbänden waren rund 660 Firmen mit gut 150.000 Beschäftigten zu ihrer Geschäftslage befragt worden.

„Das ist die schlechteste Auftragslage seit vier Jahren“, sagte Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch. Und die Branche trete schon länger konjunkturell auf der Stelle: Schon seit dreieinhalb Jahren hätten sich die Umfrage-Kurven „nur noch seitwärts bewegt“.

Nur 29 Prozent der befragten Firmen vermelden eine gute Geschäftslage, das sind 3 Prozentpunkte weniger als im Frühjahr 2015. Mit Blick auf die ersten Monate des Jahres 2016 reduziert sich dieser Anteil sogar auf 22 Prozent. Weniger als die Hälfte bezeichnen die Situation als befriedigend, 20 Prozent als unbefriedigend und 3 Prozent als schlecht.

Insbesondere der Maschinenbau, das Schwergewicht der norddeutschen M+E-Branche, meldet einen Einbruch. Andere Bereiche wie etwa der Flugzeugbau, dem es deutlich besser geht, können dieses Minus in der Gesamtschau nicht ausgleichen.

Optimierungsbedarf sehen die M+E-Arbeitgeber auch bei der Politik. Für 26 Prozent der befragten Unternehmen hat sich die Attraktivität des Standorts Deutschland in letzter Zeit verschlechtert. Lediglich 2 Prozent sehen eine Verbesserung.

„Hier muss dringend etwas passieren“, so Lambusch. „Wir sehen bereits eine schleichende Deindustrialisierung.“


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