?nordbord?: Der neue Technik-Club lädt Schüler in die Welt der Industrie ein: AKTIV im Norden

Lernen macht hier richtig Spaß

„nordbord“: Der neue Technik-Club lädt Schüler in die Welt der Industrie ein

Die 14-jährige Michelle nimmt Hammer und Körner in die Hand und schlägt vorsichtig eine Vertiefung in das Metallstück auf ihrer Werkbank. Azubi Rogers Llabani assistiert. „Am Ende entsteht aus dem Werkstück ein Stiftehalter“, sagt der Bremer, der bei Gestra den Beruf des Zerspaners erlernt.

Die Veranstaltung ist eine kleine Premiere. Der Industriearmaturen-Spezialist Gestra hat, gemeinsam mit anderen Firmen, seine Türen für eine neue Initiative der Arbeitgeberverbände Nordmetall und AGV Nord geöffnet, die unter dem Namen „nordbord“ läuft. Das Angebot richtet sich an junge Leute; es bietet einen exklusiven Zugang zu Technik- und Forscherprojekten und bringt den Nachwuchs mit spannenden Unternehmen zusammen.

„Jedes Jahr werden wir rund 25 verschiedene Bildungsprojekte durchführen“, erzählt Nordmetall-Referentin Melanie Kerker, die den Club entwickelt hat. „Wir lernen über unsere bereits bestehenden Projekte rund 7.000 Jugendliche kennen, die sich für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) interessieren. Ihnen wollen wir die Möglichkeit geben, im Anschluss mehr über die attraktive Arbeitswelt der norddeutschen Metall- und Elektro-Industrie zu erfahren.“

Chance für kleine und große Unternehmen im Norden

Auch die Firmen profitieren davon. Sie können gezielt junge Menschen ansprechen, die sich für die Branche interessieren. Das gilt für kleine Mittelständler ebenso wie für große Unternehmen mit einem hohen Bedarf an Fachpersonal.

Ein Beispiel ist das Stahlwerk ArcelorMittal Hamburg. Ausbildungsleiterin Heidi Warnecke: „Wir hatten bei unserem nordbord-Unternehmenstag einige Schüler zu Gast und waren sehr beeindruckt davon, wie sie in kurzer Zeit eine fremde Anlage nachgebaut haben. Das erfordert ein hohes Abstraktionsvermögen.“

Nach den Sommerferien startet nordbord richtig durch, verrät Melanie Kerker: „Dann wird auch unser Internetportal nordbord.club fertig sein, in dem wir die Jugendlichen über alle Termine informieren und untereinander vernetzen.“


Willkommen im Club

Der Club „nordbord“ steht jungen Leuten offen, die sich für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik (MINT) interessieren. Er soll eine Brücke sein, die von der Schulzeit über die Teilnahme an Projekten und Unternehmensbesuchen in die Ausbildung oder ein Studium mit anschließendem Job in einem Betrieb der nordddeutschen Metall- und Elektro-Industrie führt. Mitmachen können alle Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren im Norden. Weitere Informationen gibt es im Internet unter nordbord.club

Kommentar von Nico Fickinger

Einsatz: Zwei Schülerinnen beim aktuellen Nordmetall-Cup. Foto: Gesamtmetall/Pit Junker
Einsatz: Zwei Schülerinnen beim aktuellen Nordmetall-Cup. Foto: Gesamtmetall/Pit Junker

Die Jugend von heute … zeigt oftmals mehr Leistung und Engagement, als viele denken – allen Klischees zum Trotz

Die Jugend liebt den Luxus, sie hat schlechte Manieren, keinen Respekt vor älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten soll.“ So soll der alte Grieche Sokrates vor über 2.400 Jahren geklagt haben. Ob diese Kritik damals zutraf, weiß man nicht, aber für die heutige Zeit gilt sie gewiss nicht. Gerade in diesen Tagen habe ich einen ganz anderen Eindruck von der Jugend.

Ich erlebe Schüler, Azubis und Studierende vor allem als engagierte, leistungsbereite Menschen. Der Nordmetall-Cup, in dem derzeit die Landesmeisterschaften zur „Formel 1 in der Schule“ laufen, ist ein gutes Beispiel: Schüler bilden Teams, konstruieren Mini-Rennwagen und werben Sponsorengelder ein, um sich die Reise zur Meisterschaft leisten zu können. Am Ende präsentieren sie ihr Projekt souverän vor einer Erwachsenen-Jury. Man muss keine Sorge um unser Land haben, wenn diese Jugend mal das Steuer übernimmt.

Weil es viele dieser leistungswilligen jungen Leute gibt, starten unsere Verbände in diesem Monat den neuen Club nordbord. Der macht Schülern noch mehr spannende Angebote rund um Technik und Wirtschaft – bis hinein in die Ausbildung oder das Studium. Denn wir finden: Wer so viel Power hat, verdient Unterstützung, um sich zu verwirklichen.

Ich schließe in mein Lob ausdrücklich die jungen Leute ein, die während der jüngsten Tarifrunde für ihre Interessen gestritten haben. Azubis, die Unterschriften sammeln und diese dann selbstbewusst an den Verhandlungsführer der Arbeitgeber überreichen, sind mir lieber als solche, die nur noch per WhatsApp miteinander kommunizieren.

Aber vielleicht ist auch das ja nur ein Jugend-Klischee … ;-)

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