Nicht ohne sein Rad: AKTIV im Norden

Porträt

Nicht ohne sein Rad


Viele Kollegen hielten es anfangs für einen Scherz, aber Erik Manke (23) meinte es ernst. Der Airbus-Mitarbeiter und leidenschaftliche Rennradfahrer war wild entschlossen, sein Projekt durchzuziehen: Eine Tour sozusagen vom tiefsten zum höchsten Punkt Deutschlands – ausschließlich mit Muskelkraft, ohne große Pausen und in möglichst kurzer Zeit.

Ein Name für das Projekt war schnell gefunden. „1.000 hoch drei“ – das stand für die 1.000 Kilometer Radelstrecke und die rund 3.000 Meter Höhendifferenz von Neuendorf-Sachsenbande bei Itzehoe bis zur Zugspitze (2.962 Meter).

Manke erzählt: „Nachdem Start und Ziel feststanden, war ich erst mal wochenlang mit der Ausarbeitung der Tour beschäftigt. Man kann ja nicht einfach die nächste Autobahn-Auffahrt nehmen und dann immer den Schildern Richtung Garmisch-Partenkirchen folgen. Wir brauchten Straßen, die rennradtauglich sind.“

Hilfe bekam der Sportler von einem kleinen Team, das von seinem Arbeitgeber Airbus gesponsert wurde. Zusätzlich stellte das Hamburger Unternehmen einen Mercedes-Transporter als Begleitfahrzeug.

An einem Freitagmorgen im August war es endlich so weit: Erik Manke futtert eine letzte Banane und schwingt sich aufs Rad. „Das Wetter spielte mit“, erinnert sich der Sportler, „wir hatten leichten Gegenwind, aber keinen Regen. Nur die aufsteigende Kälte am frühen Morgen ist hart, wenn man die ganze Nacht unterwegs war.“

Nach knapp 50 Stunden am Ziel

Manke hält durch. Am Fuß der Zugspitze angekommen, tauscht er seine Radschuhe gegen Bergstiefel und macht sich sofort auf den Weg nach oben. Am Sonntagmittag ist es geschafft: Als seine Begleiter am Gipfelkreuz auf die Stoppuhr drücken, zeigt sie 49 Stunden und 55 Minuten. „Ein tolles Gefühl“, schwärmt Manke: „Ich habe etwas geschafft, was noch keinem anderen Sportler vor mir gelungen ist.“

Der gebürtige Rügener hat Erfahrung mit sportlichen Höchstleistungen. Pro Jahr kommt er im Schnitt auf rund 20.000 Trainingskilometer. Und wenn seine Kollegen zum Entspannen in den Süden reisen, fährt er gern in skandinavische Länder oder nach Sibirien. Per Rad, versteht sich.

Dazwischen nimmt er auch schon mal an Wettkämpfen teil – aber nur, wenn die Dis­tanz stimmt. Wie beim „Deutschen Super-Brevet“ (Hamburg-Berlin-Köln-Hamburg), bei dem 1.550 Kilometer zu fahren sind. Mank schaffte die Strecke 2011 in knapp 78 Stunden und belegte damit den zweiten Platz.

Trotz dieser sportlichen Aktivitäten kommen seine beruflichen Ambitionen nicht zu kurz. Nachdem er seine Ausbildung zum Fluggerätemechaniker vor einigen Wochen beendete, will er nun 2013 ein Maschinenbau-Studium aufnehmen. Danach würde er gern in der Forschung arbeiten.

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