Neumünster, Hamburg, New York: AKTIV im Norden

Neumünster, Hamburg, New York


In norddeutschen Unternehmen wird Betriebssport immer attraktiver

Wilfried Weiß gerät ins Schwärmen: „New York ist für jeden Marathonläufer der absolute Traum“, sagt der Teamleiter in der Härterei von Sauer-Danfoss in Neumünster. 2008 wurde der Traum wahr. Gemeinsam mit vier Kollegen lief er die magischen 42,195 Kilometer durch die schönsten Viertel des Big Apple, unterstützt von unzähligen Zuschauern – und von seinem Arbeitgeber.

„Die Firma hat uns bei der Finanzierung sehr großzügig unter die Arme gegriffen“, sagt Weiß. „Auch für unser nächstes Ziel, den London-Marathon, gibt es bereits positive Signale von der Geschäftsführung.“

Der Hersteller von Pumpen und Antrieben liegt damit voll im Trend. Immer mehr Unternehmen im Norden, darunter Airbus, Beiersdorf und Siemens, machen ihren Mitarbeitern eigene Betriebssport-Angebote. Davon profitieren alle, wie Linda Völpel aus der Kommunikationsabteilung von Sauer-Danfoss erklärt: „Wir unterstützen solche Aktivitäten, weil sie gut fürs Betriebsklima sind, und wegen des gesundheitlichen Wertes. Wenn sich durch Trikots mit Firmenaufdruck auch noch ein Werbe-Effekt ergibt, ist das umso erfreulicher.“

Vor 13 Jahren, als Wilfried Weiß in dem Betrieb anfing, gab es dort noch keine Läufer. „Mein Vorschlag, eine Gruppe zu gründen, wurde sofort positiv aufgenommen“, erinnert sich der 47-Jährige. Gemeinsam mit Michael Lage, Michael Koesling, Diethardt Hintze und Jürgen Ninow bildet er bis heute den harten Kern der bis zu 40 Aktiven.

Die Firma finanzierte den Lauftrainer

Anfangs starteten sie beim Volkslauf Neumünster und beim Hamburg-Marathon. „Man braucht ja ein Ziel“, sagt Weiß. Dann entstand die Idee mit New York: „Sauer-Danfoss hat uns zur Vorbereitung einen externen Lauftrainer spendiert. Dadurch sind viele Kollegen erstmals zum Laufen motiviert worden.“

Auch bei der Brötje-Automation GmbH in Wiefelstede gab ein Mitarbeiter den entscheidenden Impuls. „Ich hatte 2005 einen Bandscheibenvorfall, da gehört Bewegung zur Therapie“, sagt Helmut Jenn. „Damals gab es bei uns jedoch keine Sport-Angebote“, so der IT-Systemingenieur. Man diskutierte unter Kollegen, und so entstand die Idee zu BAFit, dem Betriebssportprogramm des Unternehmens.

Jenn, der in seiner Freizeit Webseiten programmiert, ging umgehend ans Werk. „Das muss ja alles organisiert werden, daher habe ich erst mal eine Homepage mit integrierter Mitgliederverwaltung entwickelt.“ Dort findet man die aktuellen Sportangebote und die zuständigen Ansprechpartner.

So viel Einsatz beeindruckte nicht nur die Belegschaft. „Der Vorschlag von Herrn Jenn war sehr innovativ“, erinnert sich der stellvertretende Geschäftsführer Ingo Körner. „Er hat damit einen Rahmen für unsere Mitarbeiter geschaffen, in dem sie gemeinsam Sport treiben und ihre persönlichen Beziehungen vertiefen können.“

Zur Belohnung ins Wellness-Hotel

Die Auswahl ist mittlerweile groß bei BAFit. Es gibt Fußball, Nordic Walking, Rad­fahren, Laufen und Rückengymnastik. Dazu kommen noch wechselnde Angebote – je nachdem, was die Mitarbeiter vorschlagen.

Konzepte wie das von Brötje-Automation überzeugt auch den Mediziner Dirk Lümkemann: „Es sollte beim Betriebssport nicht nur um Leistung gehen, sondern auch um Spaß an der Bewegung, die in der Gruppe leichter fällt“, so der Experte der Hamburger Beratungsfirma Padoc. Sie hilft Firmen beim Planen sportlicher Aktivitäten.

Apropos Spaß: Bei Brötje-Automation hat man sich zur Motivation einen ganz besonderen Clou ausgedacht. Für jede Trainingseinheit gibt es einen „BAFit-Taler“, der gesammelt und in Prämien eingewechselt werden kann. Ende 2010 beispielsweise durften sich die Key Accounterin Volha Angele und ihre Innendienst-Kollegin Ilona De Vries auf Firmenkosten von den Anstrengungen für ihre 104 Taler erholen: Sie verbrachten ein Wellness-Wochenende in einem schicken Hotel.

Philips ganz oben im Medaillenspiegel

Wellness spielt auch bei Philips Deutschland in Hamburg eine große Rolle. Pressereferentin Katrin Böttcher: „Wir sind ein führendes Unternehmen in den Bereichen Gesundheit und Wohlbefinden. Ein breites Sport- und Gesundheitsangebot für unsere Mitarbeiter gehört deshalb bei uns einfach dazu.“

Unter anderem sind Fußball, Volleyball, Leichtathletik und Triathlon im Programm. Dabei fühlen sich die Philips-Teams ganz im Sinne der Firmenphilosophie nicht nur wohl, sondern sie sind auch erfolgreich: „Wir führen seit zehn Jahren den Medaillenspiegel Leichtathletik im Hamburger Betriebssportverband an“, sagt Böttcher.

Besonders aktiv ist man auch beim Stapler-Produzenten Jungheinrich in der Hansestadt Hamburg: Der Konzern bietet seinen Mitarbeitern Vergünstigungen bei mehreren Fitness-Studios sowie 21 verschiedene Sportarten an. Ausgefallenes wie Hochsee-Angeln oder Drachenboot-Paddeln ist ebenso dabei wie Tischtennis, Fußball und Yoga.

Rund 500 Kursplätze sind derzeit gebucht. Kein Wunder, dass Jungheinrich-Mitarbeiter bei vielen großen Sport-Events im Norden wie den Cyclassics oft weit oben in den Ergebnislisten zu finden sind.

Ein Platz auf dem Siegertreppchen war für die Marathonis von Sauer-Danfoss in New York zwar nicht drin aber trotzdem hatten die Neumünsteraner nach dem Zieleinlauf Grund zum Feiern: Ihr Kollege Michael Koesling (44) lief mit 3:25 seine persönliche Bestzeit.

Silke Becker

 

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24539 Neumünster

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