Mond-Mission mit Technik aus Bremen: AKTIV im Norden

Raumfahrt

Mond-Mission mit Technik aus Bremen

Rund 50 Jahre nach der ersten bemannten Mondlandung im Juli 1969 gehen die Vorbereitungen für ein neues Projekt dieser Art in die letzte Runde. Bereits 2021 soll es so weit sein, und ein wichtiges Element dafür kommt aus Bremen. Das Unternehmen Airbus Defence and Space hat den Auftrag erhalten, das Servicemodul ESM für die erste bemannte Mission mit dem Nasa-Raumschiff Orion zu bauen.

Und auch ein Mitglied der Besatzung wird möglicherweise aus Deutschland kommen, nachdem die Europäische Weltraumorganisation ESA den Saarländer Matthias Maurer in ihr Astronauten-Corps berufen hat.

„Der Mond ist unglaublich spannend für mich“, sagt Maurer im Gespräch mit AKTIV im Norden. Der promovierte Materialforscher ist seit Jahren Mitarbeiter der ESA, wo er sich intensiv mit dem Erdtrabanten beschäftigt.

Geplant ist unter anderem, eine Station auf dem Erdtrabanten zu bauen – und zwar aus Mondsand. Maurer: „Eine absolute Schlüsseltechnologie dafür ist der 3-D-Druck. Er revolutioniert die Raumfahrt. Einige der weltweit besten Firmen, die entsprechende Geräte bauen, kommen aus Deutschland.“ Der Plan ist, per 3-D-Druck Bausteine aus dem Sand zu fertigen, der auf dem Mond reichlich vorhanden ist.

Ein weiteres Gebiet, das die Mondforschung nach vorne bringen könnte, ist der Abbau des Rohstoffs Helium-3. Anders als auf der Erde ist er auf dem Erdtrabanten auffindbar. „Helium-3 könnte der mögliche Treibstoff für Fusionsreaktoren sein“, erklärt Maurer.

Die Forscher brauchen Nachschub an Gesteinsproben

Vor allem ist der Mond eine wissenschaftliche Fundgrube, etwa beim Thema Radio-Astronomie. „Einige hochinteressante Wellenlängenbereiche dieser Niedrig-Frequenz-Signale werden von der Erdatmosphäre rausgefiltert.“ Auf dem Mond aber lassen sie sich mit entsprechenden Teleskopen empfangen.

„Sie können wichtige Daten über die Entstehung des Universums und des Sonnensystems liefern“, so Maurer. „Und Gesteinsproben liefern Informationen, die uns abschätzen lassen, ob und wo es noch eine zweite Erde, also einen Planeten mit Leben geben könnte.“

Aufschluss geben heute schon Proben, die Astronauten in den 70er Jahren mitgebracht haben. Maurer: „Aber die Forschung braucht Nachschub.“


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