Metall- und Elektro-Industrie erwartet Wachstumspause: AKTIV im Norden

Konjunktur-Umfrage im Norden

Metall- und Elektro-Industrie erwartet Wachstumspause


Hamburg. Die Unternehmen der norddeutschen Metall- und Elektro-Industrie beurteilen ihre aktuelle Lage unterschiedlicher denn je. Es gibt zwar im Vergleich zum Frühjahr mehr Betriebe, die gute Geschäfte melden; gleichzeitig stieg aber auch die Zahl der Firmen, die die Lage als schlecht bezeichnen. Das geht aus der neuen Konjunktur-Umfrage des Verbands Nordmetall hervor.

Stimmungsschere geht auseinander

Das Mittelfeld der Firmen mit befriedigenden Geschäften ist also kleiner geworden. Nordmetall-Präsident Ingo Kramer: „Die meisten Betriebe sind in guter Form, aber die Stimmungsschere geht weiter auseinander – ein Beweis für die labile Konjunktur mit vielen Unsicherheitsfaktoren.“

Gestützt wird diese Einschätzung von der  Entwicklung der Auftragsbestände. Doppelt so viele Unternehmen wie noch im Frühjahr bezeichnen ihren Auftragsbestand als zu gering (30 Prozent gegenüber 14 Prozent). Reichten die Aufträge bei der letzten Umfrage noch bei 57 Prozent der Betriebe für mehr als sechs Monate Arbeit, so gilt dies jetzt nur noch für 38 Prozent.

Und auch die Kapazitätsauslastung der Betriebe ist erstmals seit zwei Jahren wieder rückläufig. Sie liegt aktuell bei 86,9 Prozent, was dem Langzeitdurchschnitt entspricht. Zum Vergleich: Im Herbst 2008, also vor dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskriese, lag sie noch bei 91 Prozent (siehe Grafik).

Nur nervöse Märkte oder schon Abschwung?

Vor allem die Betriebe am Beginn der Produktionskette, also etwa Aluminium- und Stahlhersteller, merken die Konjunkturschwäche. Kramer: „Die Frage ist, ob die Märkte nur nervös sind angesichts ungelöster Euro-Krise und stockender Energiewende oder ob ein richtiger Abschwung kommt. Wir gehen erst einmal davon aus, dass das Wachstum eine Pause einlegt.“

Unter dem Strich jedoch, so Kramers Fazit, sei das Niveau, auf dem die Metall- und Elektro-Industrie wirtschafte, immer noch hoch. Schließlich liege die Zahl der Firmen, die von guten oder befriedigenden Geschäften sprechen, bei 76 Prozent.

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