Mercedes sucht den Superstar: AKTIV im Norden

Bewerberwoche

Mercedes sucht den Superstar


Tim, Zarah und Göktug sind voll bei der Sache. Ihre Aufgabe: Aus ein paar Bögen Papier mit Schere und Klebstoff ein Auto basteln und das Produkt dann präsentieren. Während Göktug die Pappe ausschneidet, diskutieren Tim und Zarah mit den drei anderen Schülern ihres Teams über die Größe der Räder. Am Ende der 45 Minuten stellt die Gruppe das Auto den aufmerksamen Zuhörern vor – das sind Ausbilder und Personaler des Bremer Mercedes-Benz-Werks.

Die haben sich während der Gruppenarbeit fleißig Notizen gemacht: Wer hört dem anderen zu? Wer übernimmt die Diskussionsleitung? Wer führt die praktischen Arbeiten aus? „Es geht darum zu erkennen, wie teamfähig die Jugendlichen sind und welche sozialen Fähigkeiten sie mitbringen. Das ist im Beruf sehr wichtig“, sagt Ausbilder Reiner Resech. Und um den Beruf geht es schließlich, denn die jungen Leute sind mitten in der Mercedes-Benz-Bewerberwoche „Let’s Benz“ – einer Art Castingshow für angehende Auszubildende.

Nähe zu „Deutschland sucht den Superstar“ ist beabsichtigt

Die Veranstaltung führt in nur sechs Tagen zum Ausbildungsplatz. „Wir wollten den traditionell langen Auswahlprozess verkürzen“, sagt Ausbildungsleiter Uwe Oentrich. So entstand die Idee zu „Let’s Benz“. Die Nähe zu Veranstaltungsformaten wie „Deutschland sucht den Superstar“ sei durchaus beabsichtigt, betont der Ausbilder. Auch die Bewerbung des Events mit zielgruppengerechten Radiospots, Flyerverteilung in Schulen und großflächigen Plakatierungen ist Programm. „Wir wollen Jugendliche erreichen“, erklärt Oentrich, „also müssen wir ihre Sprache sprechen.“

Schon 2012 hatte das Bremer Mercedes-Benz-Werk die Bewerberwoche durchgezogen, damals mit überwältigender Resonanz: 750 Schüler nahmen teil, 75 erhielten den begehrten Ausbildungsplatz.

100 Jugendliche gehen mit einem Vertrag nach Hause

Auch dieses Jahr zeigte die breit angelegte Kampagne Erfolg: 1.400 junge Leute klickten das Online-Bewerberportal an. Nach einem Eingangstest wurden 750 Jugendliche zu den Auswahltagen eingeladen. Am Ende erhielten 90 Jugendliche einen Ausbildungsvertrag, 10 einen dualen Studienplatz.

Sechs technische und ein kaufmännischer Ausbildungsberuf standen ebenso zur Wahl wie drei Dualstudiengänge. Gleichgültig ob Haupt-, Realschüler oder Gymnasiasten – willkommen war jeder, der Interesse zeigte und sich vorab angemeldet hatte. „Wir wollen nicht die besten, sondern die richtigen Auszubildenden für unsere Berufe finden“, sagt Ausbildungsleiter Oentrich. Deshalb wurden nicht nur Zeugnisnoten und technisches Interesse beurteilt, sondern auch sogenannte „Soft Skills“ wie Sozialverhalten und Teamorientierung.

In Kleingruppen zeigen die Schüler, was sie draufhaben. Eine von ihnen ist die 19-jährige Linda aus Klein Machnow bei Berlin. Ihr Freund, selbst Azubi bei Mercedes, hatte sie auf Let’s Benz aufmerksam gemacht. „Ich möchte Kfz-Mechatronikerin werden“, sagt sie. Nervös? „Ein bisschen, aber das war schon während der Gruppenarbeit verflogen.“

Auch der 18-jährige Mika aus Bremen hat seine Nerven schnell im Griff. „Das liegt auch an den Leuten von Mercedes. Die sind locker drauf und gehen fair mit uns um“, berichtet der Abiturient. Ein wenig ins Schwitzen geraten die Schüler aber doch, als es um handwerkliche Fähigkeiten geht. Aus drei Kupferdrähten sollten verschiedene Formen gebogen werden. Einziges Hilfsmittel: eine Zange. Da läuft manch einem schon die Zeit davon.

Am Schluss gibt es ein Gespräch mit Ausbildern und Personalverantwortlichen. Wenige Tage später weiß jeder Jugendliche, ob er den Vertrag in der Tasche hat.

Nicht nur für die Jugendlichen eine gute Sache – auch Heino Niederhausen, Personalleiter des Werks zieht ein positives Fazit: „Ich bin sehr zufrieden damit, dass wir 90 Ausbildungs- und 10 Dualstudienplätze bereits ein Jahr vor Ausbildungsbeginn vergeben haben. Ganz besonders freut mich, dass wir 25 Prozent der Plätze mit top qualifizierten Frauen besetzen können.“

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