Medizinerin entwickelt Notfallsystem für Offshore-Plattformen: AKTIV im Norden

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Medizinerin entwickelt Notfallsystem für Offshore-Plattformen

Deutsches Medizinrecht ist kompliziert. Wie kompliziert, merkt man schnell, wenn es aufs Meer hinausgeht. Wer etwa auf einer Offshore-Plattform krank wird, hat erst mal Pech, denn Ärzte gibt es dort nicht. Auch keine offizielle „Notfallkiste“ mit Schmerzmitteln, denn laut Gesetz dürfen rezeptpflichtige Medikamente nur von Ärzten verschrieben und von Apothekern in Verkehr gebracht werden.

Das Problem ist seit einiger Zeit bekannt, aber nun gibt es Abhilfe. Gemeinsam mit anderen Fachleuten hat die Siemens-Werkärztin EvaSabine Neuhöfer ein Notfallsystem für die Offshore-Branche entwickelt, das neue Standards setzen könnte.

Das System kombiniert moderne Diagnose- und Kommunikationsmittel mit qualifizierter ärztlicher Beratung vom Festland. Damit wird es möglich, Rettungsassistenten auf den Plattformen so zu unterstützen, dass sie auch in schwierigen Fällen handlungsfähig sind.

Einsätze auf einem Seenotrettungskreuzer

Kommt es etwa zu einem Sturz mit schwerer Prellung, kann der Rettungsassistent mithilfe elektronischer Diagnosengeräte eine erste Untersuchung vornehmen. Die Ärzte an Land können zeitgleich auf das Datenmaterial zugreifen und aus der Ferne assistieren. Falls nötig, können sie auch die Abholung per Helicopter veranlassen.

Dass es Eva-Sabine Neuhöfer nach Hamburg verschlagen hat, ist kein Zufall, sie hatte schon als Kind eine innige Beziehung zum Norden. „Wir sind damals im Sommer immer an die Nordsee gefahren“, erzählt die 48-Jährige. „Das hat mich geprägt.“

Eigentlich ist sie Westfälin. Aufgewachsen in der Ruhrgebiet-Stadt Kamen, arbeitete sie zunächst als Krankenschwester und studierte dann Medizin in Düsseldorf.

Nach der abgeschlossenen Facharzt-Ausbildung im Bereich Anästhesie und Intensivmedizin zog es sie nach Norderney, wo sie als Inselärztin tätig war. Dazu gehörte nicht nur die Versorgung von Touristen und Einheimischen, sondern auch regelmäßige Einsätze auf dem Seenotrettungskreuzer „Bernhard Gruben“ von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).

Ungewöhnliche Einsatzorte sind für die engagierte Medizinerin keine Ausnahme. Im Studium arbeitete sie einige Zeit in Nambia, und 2006 reiste sie nach Indien, um dort ein Operationscamp zur Korrektur von Fehlbildungen des Mund-Kiefer-Gesichtsbereichs zu unterstützen.

Wer so rege ist, legt auch nach Feierabend nicht einfach die Füße hoch. Neuhöfer ist passionierte Sportlerin und mag – klar –„eigentlich alles, was mit Wasser zu tun hat“. Ihre Favoriten sind Segeln, Tauchen und Drachenbootfahren.

Im Urlaub reist sie gern, bevorzugt in ferne Länder, die Anschluss ans Meer haben. „Ein langer Spaziergang am Strand ist der perfekte Ausgleich zum Job.“


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