Mängel richtig geltend machen: AKTIV im Norden

Reiserecht

Mängel richtig geltend machen

Nicht sehr appetitlich – aber schon ein Reisemangel? Das dürfte nicht zuletzt auch davon abhängen, in welchem Land sich diese Dusche befindet... Foto: dpa

Ob Baulärm oder verdrecktes Zimmer: Wie man mit Reisemängeln umgeht, hat AKTIV gerade berichtet. Oft kann man nach der Rückkehr eine Minderung des Reisepreises verlangen, dafür hat man einen Monat Zeit – und es genügt ein einfacher Brief an den Veranstalter.

Diese Punkte sollte man nach Angabe der Kölner Reiserechtskanzlei Dr. Boy & Dr. Herrmann beim Formulieren des Beschwerdebriefes beachten:

  • Mängel genau benennen: Also nicht „ständiger Lärm“, sondern „Am 16. Juni 2012 zwischen 22:00 und 3:30 Uhr laut feiernde Gäste am Pool.“
  • Keine Geschmacksurteile schreiben, sondern Fakten: Also nicht „hässliches Bad“, sondern: „Die Dusche funktionierte nicht.“
  • Mängel dokumentieren: mit Uhrzeit, Datum, Fotos – und gegebenenfalls einer Bestätigung der Reiseleitung vor Ort.
  • Forderungen stellen: Also nicht etwa schwammig schreiben „behandeln Sie Kunden immer so schlecht?“, sondern deutlich machen: „Ich erwarte eine Entschädigung.“ Deren Höhe kann, muss aber nicht genannt werden.

Und noch ein Tipp: Bleiben Sie realistisch! Bei berechtigten Beanstandungen sind die namhaften Veranstalter üblicherweise sehr kulant, man sollte es mit seinen Forderungen also nicht übertreiben. Die in diesem Zusammenhang oft erwähnte "Frankfurter Tabelle" ist dabei bestenfalls ein Anhaltspunkt: Vor Gericht wird immer individuell nach Schwere und der Dauer der Beeinträchtigung entschieden.


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