Immer zur Stelle, wenn's brennt: AKTIV im Norden

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Immer zur Stelle, wenn's brennt


Feuerwehrleute müssen hart im Nehmen sein – auch wegen der Sprüche, denen sie mitunter ausgesetzt sind. Der Klassiker: „Na, heute schon eine Katze gerettet?“ Dirk Herrmann kann darüber nur lachen. Er hätte seine Frau bestimmt nie kennengelernt, wenn seine Einheit nicht genau zu so einem Einsatz gerufen worden wäre.

Herrmann, stellvertretender Ortswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Schönkirchen, erinnert sich noch gut an den Vorfall: „2002 mussten wir eine Katze vom Dach holen und ich sollte am nächsten Tag mit der Halterin des Tiers den Papierkram erledigen.“

Dabei sprang der Funke über. Die zwei wurden ein Paar, und kurz darauf läuteten die Hochzeitsglocken.

Heute leben die beiden in einem gemütlichen Häuschen am Ortsrand von Schönkirchen bei Kiel. Fährt man nach rechts, kommt man zur Feuerwache, geht man nach links, kommt man zur Firma Stryker, bei der Dirk Herrmann seit Anfang 2004 arbeitet.

Schiffbau bei HDW in Kiel gelernt

Der Betrieb ist Teil des amerikanischen Stryker-Konzerns, der auf Medizintechnik spezialisiert ist und weltweit über 20.000 Menschen beschäftigt. Rund 600 von ihnen arbeiten im Werk Schönkirchen unweit von Kiel, wo Nagel-Implantate, Schrauben und andere Instrumente für die Versorgung von Knochenbrüchen gefertigt werden.

Dirk Herrmann ist mit seinen elf Kollegen aus der Logistik-Abteilung dafür zuständig, dass alle Teile rechtzeitig ihren Bestimmungsort erreichen. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, denn die Nägel und Schrauben gibt es in etlichen Varianten und Längen – die Verwechslungsgefahr ist also relativ groß.

Herrmann: „Stellen Sie sich mal vor, was es am OP-Tisch für ein Geschrei gäbe, wenn der Chirurg bei einer komplizierten Knochen-Operation plötzlich den falschen Nagel angereicht bekäme. Glücklicherweise ist das bislang noch nicht passiert.“

Dirk Herrmann mag seinen Job, auch wenn er eigentlich aus einer ganz anderen Branche kommt. Er ist gelernter Schiffbauer und hat seine Ausbildung bei HDW in Kiel gemacht. „Als ich 1980 dort anfing, sah die Welt noch etwas anders aus. Allein in meinem Jahrgang waren rund 30 Schiffbau-Lehrlinge“, so Herrmann. „Da es damals nach dem Abschluss keine Übernahme gab, habe ich im Anschluss noch einige Wochen auf der Lindenau-Werft gearbeitet und dann die Branche gewechselt.“

Erfolgreich als Amateur-Kicker

Der neue Arbeitgeber war ein Kontaktlinsen-Hersteller im örtlichen Industriegebiet. Herrmann war zunächst in der Formherstellung tätig, dann wurde er Logistiker. Angenehmer Nebeneffekt: Er kam endlich wieder zum Fußballspielen – ein Hobby, das während der kräftezehrenden Ausbildung meist zu kurz gekommen war. Herrmann schaffte es bis in die Verbands- und Oberliga.

Heute kickt der 49-Jährige nur noch gelegentlich. Stattdessen geht er lieber laufen und Rad fahren, wenn er nicht gerade zum Dienst auf der Feuerwache eingeteilt ist.

Daheim ist er außerdem für das Rasenmähen und für das Kochen zuständig. Und was die Katze angeht: Die hat ihr Leben gelebt und irgendwann das Zeitliche gesegnet, aber die Herrmanns blieben nicht lange allein. Heute haben sie zwei Katzen.

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Prof.-Kuentscher-Strasse 1-5
24232 Schoenkirchen / Kiel

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