Her mit der Sonne!: AKTIV im Norden

Textil

Her mit der Sonne!

UV-Strahlen werden gestoppt: Speziell ausgerüstete Textilien schützen die Haut. Foto: Hyphen

Mit trickreichen Textilien gut gerüstet durch den Sommer

Es ist so heikel wie lästig: Das Ausziehen von Badehose oder Bikini am Strand, wenn man aus dem Wasser kommt. Erst die neugierigen Blicke und dann der Sand am nassen Textil. Doch jetzt gibt es die immer trockene Bademode. Die Fasern des Stoffes sind so gestaltet, dass sich über dem Material ein dünner Schutzmantel aus Luft bildet. Der lässt das Wasser erst gar nicht an die Bekleidung herankommen.

Das ist nicht das einzige trickreiche Textil für die heißen Tage. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe nützlicher Stoffe, die Lust auf Sommer und Sonne machen.

Cooler Autositz: Temperaturen um die 60 Grad im Auto sind im Sommer keine Seltenheit. Dank der „coolblack“- Färbung bringt der Autositz es aber nur auf 30 Grad. Spezielle Pigmente im Bezugsstoff verhindern, dass schwarze Stoffe die Hitze der einfallenden Sonnenstrahlen absorbieren – also aufsaugen. Das schweizer Textilunternehmen Schöller hat diese Beschichtung mit dem Chemiekonzern Clariant entwickelt.

Badeanzug mit UV-Schutz: In moderner Bademode steckt heute der Sonnenschutz schon drin. Und zwar in Form von winzigen Partikeln aus Zink- und Titanoxid, die das gefährliche ultraviolette Sonnenlicht abfangen – und so einem Sonnenbrand vorbeugen. Die Ausrüstung schützt die Haut besser und länger als herkömmliche Textilien. Das Gewebe ist dichter als normale Stoffe, lässt also weniger Sonnenlicht durch. Zusätzlich bleibt der textile Sonnenschutz bestehen, während Lotionen nach einiger Zeit ihre Wirkung verlieren. Die Textilien sind Sonnencremes deshalb deutlich überlegen“, sagt Jan Beringer, Forschungsleiter für funktionale Textilien bei den Hohenstein Instituten in Bönnigheim.

Tagsüber laden, nachts leuchten: „Bald werden auch Bierzelte und Markisen über textilbasierte Solarzellen Strom liefern können“, sagt Klaus Opwis vom Deutschen Textilforschungszentrum Nord-West in Krefeld. Er entwickelt Solarzellen, die auf Glasfasergewebe platziert werden. Bald sollen sie auf den Markt kommen. Die Energie wird reichen, um die Gartenparty auszuleuchten – und wenn sie die ganze Nacht dauert.

Müffelfreie Hemden: Gegen unangenehm riechenden Schweiß wird heute die Anti-Smell-Ausrüstung eingesetzt. Der Trick: An der Textilfaser sind Zuckermoleküle verankert. Sie schließen den Schweiß ein, bevor durch seine Zersetzung Gerüche entstehen. Beim Waschen entleeren sich die Moleküle und können erneut genutzt werden. Die Mini-Depots wurden von deutschen Textilforschern entwickelt. Heute nutzen sie besonders Sportbekleidungshersteller wie Nike.

T-Shirt wechselt Farbe: Mit besonders ausgerüsteten Garnen, die unter Sonnenlicht bunt aufleuchten, bringt die Firma „sunshine roses“ aus Königswinter Farbe in den Sommer. Die verwendeten Stoffe reagieren auf die ultraviolette Strahlung: Aus Grau werden Farbtöne. Ohne Sonne verblasst der Effekt wieder. „Die Farbwechsel können beliebig oft wiederholt werden. Sie nutzen sich durch Waschen nicht ab“, erklärt Geschäftsführerin Jutta Stoll.

Hitzeschutz fürs Baby: Um einen Hitzestau bei Kleinkindern zu vermeiden, gibt es besondere Sommerbezüge für die Babyschale. Das Baumwoll-Frottee-Gewebe bleibt angenehm kühl, und feuchte Stellen trocknen schnell weg.

Kühlende Klima-Gardine: Forscher des Sächsischen Textilforschungsinstituts in Chemnitz haben sie entwickelt, um die Wärme direkt am Fenster abzufangen. In dünnen Schläuchen zirkuliert kaltes Wasser, das die Wärme aufnimmt. Der Raum dahinter bleibt kühl. Die Schläuche verstecken sich im Gardinenstoff. Fall und Raffung bleiben erhalten. Der Clou: „Die Klima-Gardine kühlt im Sommer und wärmt im Winter, wenn ein Wärmespeicher angeschlossen ist“, so Jens Mählmann vom Institut.


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Schlagwörter: Textil
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