Her mit dem Klunker: AKTIV im Norden

Nord-Wort

Her mit dem Klunker


Sollen die Reichen mehr Steuern zahlen? Könnte das den Staat sanieren? Ein paar Zahlen zur Debatte

Angesichts der aktuellen Staatsschuldenkrise heißt es schon wieder überall: „Die Reichen sollen zahlen!“ Das klingt sozial gerecht. Denn „die Reichen“ stehen ohnehin im Generalverdacht, sich unrechtmäßig zu bereichern (außer Philipp Lahm, Sebastian Vettel und Heidi Klum, versteht sich).

Wer aber ist reich? Der Spitzensteuersatz ist offensichtlich kein Kriterium – er wird schon bei einem zu versteuernden Einkommen von knapp 53.000 Euro fällig, das verdienen normale Ingenieure und einfache Abteilungsleiter. Den Spitzensatz von 42 auf 49 Prozent zu erhöhen, wie es jetzt gefordert wird, wäre unfair – selbst wenn man die Einkommensgrenze um einige 10.000 Euro erhöhte. Schon heute zahlt das eine Prozent Bestverdiener 25 Prozent der gesamten Einkommensteuer. Auf der anderen Seite tragen die Hälfte der Steuerpflichtigen insgesamt nur 4 Prozent zum Aufkommen bei.

Trotzdem treten neuerdings einige ganz Reiche in die Öffentlichkeit und bekennen, dass sie eine höhere Steuer begrüßen würden. Man wundert sich über diese eitle Selbstdarstellung. Niemandem ist verwehrt, sein Einkommen sozial zu verteilen. Doch warum muss das über den Fiskus laufen? Spenden Sie doch einfach reichlich, meine Damen und Herren!

Vor diesem Hintergrund macht eine Idee aus der Wirtschaftswissenschaft neugierig, die den Titel „Politik ohne Geld“ trägt. Rund 47,6 Milliarden Euro staatliche Verwaltungskosten entstehen allein durch die Bearbeitung von bürokratischen Informations- und Dokumentationspflichten der Unternehmen. Hier ist Vereinfachung angesagt. Das Potenzial zum Abbau von Subventionen aus dem Staatshaushalt beträgt nach Schätzung von Fachleuten über 58,6 Milliarden Euro. Ran ans Werk! Jeder kehre vor seiner eigenen Tür, statt „Haltet den (reichen) Dieb!“ zu rufen!

Elbe

 

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