Happy Birthday, Soziale Marktwirtschaft!: AKTIV im Norden

Kommentar von Nico Fickinger

Happy Birthday, Soziale Marktwirtschaft!

Ampelmännchen in schwarz-rot-gold: Dieses Werk des Künstlers Ottmar Hörl thematisiert das Ende der deutsch-deutschen Teilung. Foto: dpa

Hinter uns liegt ein Monat der Jubiläumsfeiern. Allerorten wurde eines Vierteljahrhunderts Deutsche Einheit gedacht. Was dabei nicht immer erwähnt wurde: Wir feiern auch 25 Jahre Soziale Marktwirtschaft im vereinten Deutschland. Sie ist eigentlich sogar drei Monate älter, denn die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion zwischen Bundesrepublik und DDR trat ja bereits am 1. Juli 1990 in Kraft, nicht erst am 3. Oktober, der nun Feiertag ist.

Mit der Einführung der Sozialen Marktwirtschaft ist ein Kraftakt gelungen, der historisch und global ohne Vergleich ist: Es wurde ein Wirtschaftssystem über Nacht vom Kopf auf den Fuß gestellt.

Und: Bei allen Mühen und Niederlagen ist es unter dem Strich gelungen, einen heruntergewirtschafteten Staat aus der Mängel- und Misswirtschaft herauszuführen und den Menschen Freiheit und Demokratie zu geben, vielen mehr Wohlstand, mindestens aber soziale Sicherheit.

Die Soziale Marktwirtschaft führt gerade nicht zu einer Spaltung der Gesellschaft, wie interessierte Kreise immer wieder behaupten. Sie versöhnt Arbeit und Kapital und bringt beides in eine faire Balance: hier Wettbewerb und freies Unternehmertum, dort gesellschaftliche Verantwortung und sozialer Ausgleich.

Umso mehr gilt es, 25 Jahre nach Einführung dieses weltweit einzigartigen Systems in ganz Deutschland nicht die Axt an die Wurzeln unserer Wirtschaftsordnung zu legen. Wir müssen ihren Grundsätzen – dem Deutschland-Prinzip – wieder mehr Geltung verschaffen. Dazu gehört, dass Wohlstand zunächst aus Wirtschaftskraft entsteht.

Nur ein starkes, leistungsfähiges Wirtschaftssystem wie die Soziale Marktwirtschaft konnte die Integration von 16 Millionen neuen Bundesbürgern stemmen. Und nur wenn wir dieses System intakt halten, wird es auch die Kraft haben, in den nächsten Monaten und Jahren Millionen von Flüchtlingen aufzunehmen.


Der Autor

Nico Fickinger ist Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Nordmetall und AGV Nord, die „AKTIV im Norden“ möglich machen.

Diskutieren Sie mit ihm: nordwort@aktivimnorden.de

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