Geld setzt leider keine Kinder in die Welt : AKTIV im Norden

Kommentar

Geld setzt leider keine Kinder in die Welt


Was ist eigentlich „Familie“? Die einen sagen: Familie ist, wo es Eltern mit eigenen Kindern gibt, die über Generationen verbunden sind. Andere finden: Familie ist, wo Kinder sind. Und wieder andere definieren Familie als „alltäglichen Lebenszusammenhang und Lernort der verschiedenen Generationen“. Alles klar?

Wenn schon der Begriff der Familie derart verschwimmt, wundert es kaum,dass die staatliche Familienförderung undurchschaubar und planlos wird. Dabei geht es nicht um ein paar verplemperte Almosen, sondern um einen Dschungel von 156 Leistungen, die sich auf satte 200 Milliarden Euro summieren. Pro Jahr, versteht sich.

„Im Jahr 2012 lag die Geburtenzahl in Deutschland bei rund 674.000“

Wissenschaftler haben festgestellt, dass diese Leistungen meist „ineffizient und wirkungslos“ versickern. Zumindest wird das klassische Ziel von Familienförderung, die Steigerung oder Stabilisierung der Geburtenrate – kaum erreicht – 2012 lag die Geburtenzahl bei rund 674.000. Sie führt also eher zu weniger Nachwuchs. Geld setzt leider keine Kinder in die Welt, sonst hätten die Reichen den „Stall voll“ und keine Finca auf Ibiza.

Die Förderung von Kitas hat zwei Ziele: die frühe Förderung von Kindern aus bildungsfernen Schichten und die Berufstätigkeit von Müttern, wobei die staatliche Betreuung politisch einen hohen Stellenwert genießt.

Diesen Zielen widersprechen zwei andere Leistungen: das Betreuungs- und das Elterngeld. In beiden Fällen ist es das Ziel, den Kindern die Erziehung durch die Eltern zu ermöglichen. Dabei entzieht das Elterngeld einen Elternteil (zeitweilig) dem Arbeitsmarkt, und das Betreuungsgeld verhindert oder beendet die Arbeitsaufnahme, ohne echte Betreuung zu garantieren.

Wir lernen: Je besser Familien mit Geld versorgt werden (etwa durch Kindergeld, Ehegatten-Splitting und beitragsfreie Krankenversicherung), desto weniger wird das Ziel erreicht, dass Frauen sich beruflich einbringen und emanzipieren. Ein Zielkonflikt.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Neueste ArtikelBeliebteste Artikel

Leser-Feedback