Für Offshore-Einsätze: Das hat der neue Spezial-Hubschrauber von Airbus drauf: AKTIV im Norden

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Für Offshore-Einsätze: Das hat der neue Spezial-Hubschrauber von Airbus drauf

Typisch Norden: gestern noch Sonne, heute Schietwetter mit Regen und starken Böen. Egal, der Hubschrauber fliegt trotzdem. Wie ein großes Insekt schwebt er heran und bleibt über dem Offshore-Trainingsturm stehen. Die Seitentür geht auf, und ein Mann seilt sich ab. Wenig später steht er in 30 Meter Höhe auf der Plattform. Zwei Kollegen in roten Overalls folgen. Kurz darauf werden alle wieder hochgezogen, und der Helikopter verschwindet in Richtung Flugplatz.

Gleich zwei Premieren laufen an diesem Tag in Emden ab. Der speziell für Offshore-Zwecke ausgerüstete Airbus-Helikopter H135 absolviert seinen Jungfernflug, und der neue Trainingsturm im Westen der Stadt wird offiziell eingeweiht.

Der Heli kann notfalls auch mit nur einem Motor fliegen

Emden wird immer mehr zu einer Drehscheibe der Offshore-Branche. Rund 7.000-mal pro Jahr fliegen von hier aus Hubschrauber zu den Windparks in der Nordsee.

Für die Ausbildung der Piloten und Monteure wurde der Trainingsturm gebaut. Hier können sie üben: vor allem das Abseilen und das Verhalten auf hoher See und bei Notfällen. Zu den Unternehmen, die davon profitieren, gehört die HTM Helicopter Travel Munich. Sie bedient zehn Offshore-Parks mit Material- und Personenflügen. Dabei setzt sie auf Hubschrauber von Airbus.

Das neue Modell H135 macht den Anfang für die Erweiterung der Heli-Flotte um insgesamt sechs Maschinen. „Die H135 ist besonders gut geeignet für Aufträge über dem Wasser“, sagt HTM-Geschäftsführer Bernd Brucherseifer, selbst Pilot.

Das Fluggerät hat unter anderem ein Wetterradar, eine Rettungswinde und einen Notfallpeilsender an Bord, außerdem eine Unterwasser-Ausstiegsbeleuchtung und ein Rettungsfloß. Und, ganz wichtig: Die zweimotorige Maschine kann notfalls auch nur mit einem Motor geflogen werden, das prädestiniert sie für die Arbeit auf See.

HTM hat nach Brucherseifers Angaben bereits über 1.000 Offshore-Arbeiter geschult. „Vor allem das Abseilen muss man blind beherrschen“, betont er. „Davon hängt das Leben der Mitarbeiter ab.“

Bisher wurde an einer Hebebühne auf dem Emder Flugplatz geübt, aber das war nur eine Zwischenlösung. „Der neue Trainingsturm bietet uns wesentlich bessere Übungsmöglichkeiten“, sagt Brucherseifer. Und die will man künftig intensiv nutzen. Remmer Edzards, Geschäftsführer des Flugplatzes Emden als Eigentümer der Anlage, rechnet damit, die Anlage an mindestens 150 Tagen im Jahr auszulasten. Auch bei Schietwetter.

Airbus Helicopters

Hubschrauber für alle Zwecke

Airbus Helicopters ist eine 100-prozentige Tochter des Luft- und Raumfahrtkonzerns Airbus. Das Unternehmen, das bis 2013 „Eurocopter“ hieß, entwickelt, vertreibt und betreut die weltweit umfangreichste Modellpalette an Helikoptern, vom einmotorigen Leichthubschrauber bis hin zum schweren Transporthubschrauber.

Mit einem Marktanteil von 44 Prozent ist das Unternehmen Weltmarktführer auf dem zivilen Markt. Derzeit sind etwa 12.000 Hubschrauber bei mehr als 3.000 Kunden in 152 Ländern im Einsatz. Airbus Helicopters produziert in Frankreich, Deutschland und Spanien und hat weltweit rund 23.000 Mitarbeiter. In Deutschland sind gegenwärtig etwa 7.000 Menschen beschäftigt.


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