Frischer Filter halb geschenkt: AKTIV im Norden

Tipp der Woche

Frischer Filter halb geschenkt

Diesel-Stinker: So hilft der Staat beim Nachrüsten

Hannover, Mannheim, München, Stuttgart: Die Zahl der Städte wächst, in denen bald Fahrverbote für Autos gelten werden, die mit Abgasen die Umwelt übermäßig belasten. Meist sollen die Regeln für die „Umweltzonen“ dann Zug um Zug verschärft werden. Und laufend melden weitere Städte, alten Stinkern die Einfahrt verwehren  zu wollen.

Wer so ein Fahrverbot ignoriert, muss mit 40 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Die Kontrolle ist einfach, denn wie sauber ein Auto ist, muss sein Fahrer zeigen – mit einer Plakette an der Windschutzscheibe. Es gibt sie in drei Farben, je nach Qualität der Abgase. Auf der Plakette wird das Kennzeichen eingetragen. Es gibt sie für 5 bis 10 Euro, oft im Bürgerbüro, immer in der Zulassungsstelle – und auch in vielen Werkstätten. Mitbringen müssen Sie den Fahrzeugschein oder die Zulassungsbescheinigung.

Stinker verkaufen sich schlecht

Welchen Aufkleber sich Ihr Wagen verdient hat, können Sie schnell herausfinden: im Netz etwa bei der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung (feinstaub.gtue.de). Oder bei der ADAC-Hotline: Ein Festnetz-Anruf unter 01803-342466 kostet 9 Cent pro Minute.

Dreckschleudern der Schad-stoffgruppe „1“ (etwa Benziner ohne Kat) bekommen gar keine Plakette: Der Wiederverkaufswert von Autos mit alter Abgas-Technik wird mit jeder neuen Umweltzone weiter sinken. Höchste Zeit zum Nachrüsten also – vor allem für viele Millionen Diesel-Fahrer.

Ihnen hilft Vater Staat per Steuer-Befreiung. Wer einen Partikelfilter einbauen lässt, muss fürs Erste keine Kfz-Steuer mehr bezahlen. Und zwar so lange, bis der (einmalige) Steuer-Bonus von 330 Euro aufgezehrt ist. Das gilt für alle Diesel-Pkws, die 2006 schon zugelassen  waren, und für alle Nachrüstungen seit Anfang 2006.

Der Einbau eines Partikelfilters kostet nach Angabe von Experten etwa 600 bis 750  Euro  (falls nicht auch der Katalysator ausgetauscht werden muss, was bei älteren Wagen der Fall sein kann). Gut die Hälfte der Kosten wird also per Steuer-Bonus erstattet. Und das geht automatisch, wenn die per Filter erreichte Partikelminderung („PM“) in die Fahrzeugpapiere eingetragen ist.

Steuer-Zuschlag für Filterlose

Auf diesen Eintrag im Feld „Bemerkungen“ sollte natürlich jeder achten, der jetzt einen gebrauchten Diesel kaufen möchte.

Zum Zuckerbrot kommt die Peitsche: Diesel-Fahrer ohne Filter müssen mehr Kfz-Steuer abdrücken.   Bei 2,0 Litern  Hubraum macht der Zuschlag 24 Euro pro Jahr aus.

Die Deutsche Umwelthilfe rät übrigens mit Verweis auf einen TÜV-Test dazu, auf Marken-Filter zu setzen: Billig-Produkte hätten die vorgeschriebene Partikel-Minderung nicht erreicht.

Thomas Hofinger


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