Frauen an der Spitze: AKTIV im Norden

Frauen an der Spitze


Beim Innovationspreis textil+mode gibt es nur Siegerinnen

Berlin. Wieder mehr als 200 Einsendungen in gewohnt hoher Qualität, wieder eine glanzvolle Feier für die Gewinner: Längst hat sich der seit 2008 vergebene Innovationspreis textil+mode beim talentierten Nachwuchs etabliert. Doch drei Dinge waren dieses Jahr ganz anders. Zur Preisverleihung während der Berlin Fashion Week ist man aus Düsseldorf in die Bundeshauptstadt umgezogen; gefeiert wurde im Atrium des Hauptsponsors Deutsche Bank. Ein Extra-Preis würdigt jetzt besonders nachhaltiges Design. Und erstmals haben junge Frauen in allen Kategorien den ersten Platz belegt – auch bei den technischen Textilien.

„Beeindruckende Ideen“

Rolf Königs (Aunde), Vizepräsident des Gesamtverbandes t+m und Mitglied der Jury, ist hochzufrieden: „Die Zukunft unserer Branche ist durch kreativen Nachwuchs gesichert, der mit immer neuen, beeindruckend innovativen Ideen die Anwendungsmöglichkeiten von Textilien erweitert.“ AKTIV stellt die Siegerinnen vor:

Modedesign

Die gebürtige Vietnamesin Hoai Huong Vo Ngoc (29) hat ihr Diplom an der Berliner Kunsthochschule Weißensee gemacht und inzwischen auch schon ein eigenes Label gegründet (www.concis.de). Hoai Vo setzt auf dezente Farben, ihre Entwürfe ergeben laut t+m fließende Drapierungen, „sinnlich, puristisch und gleichzeitig verspielt“ – dabei sorgen Schnitte und Faltungen für Kontraste.

Technische Textilien

Über die Siegerin in dieser Kategorie haben wir bereits berichtet: Anke Domaske (28) aus Hannover entwickelte ein neues Verfahren, um ohne Einsatz von Chemikalien Fasern aus Milch zu gewinnen (www.qmilk.eu). „Diese Milchproteinfaser ist preiswerter als Acryl“, lobt t+m, „sie zeichnet sich durch antibakterielle und antiallergische Eigenschaften aus, ist sehr leicht zu trocknen und besonders reißfest.“

Textildesign

Stefanie Wider (24), Absolventin der Hochschule Hof, hat die Jury mit ihrer Bachelorarbeit „Strukturkultur“ überzeugt. Wider perforiert ein Trägermaterial, oft Leder oder Filz, per Wasserstrahlschnitt, dann arbeitet sie Bänder ohne feste Bindung in die Grundfläche ein. Es entstehen ganz spezielle flexible Oberflächen – als Material etwa für Modemacher oder auch den Interieurbereich.

Sonderpreis für nachhaltiges Design

Charlotte Ehrlicher (26) und Marie Christine Federlin (30) studieren Industriedesign an der Universität der Künste Berlin. Dort haben sie eine besonders nachhaltige (Strick-) Kollektion namens „Egogamie“ entwickelt. Der von t+m und der Messe Frankfurt ausgelobte Sonderpreis macht es ihnen jetzt möglich, ihre Arbeit auf einer Messe in Paris zu präsentieren. AKTIV wird darüber noch gesondert berichten.

Thomas Hofinger

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