Fitness-Programm für die Mitarbeiter der Gießerei MAT: AKTIV im Norden

Gesundheits-Management

Fitness-Programm für die Mitarbeiter der Gießerei MAT

Egon Sommerfeld schnauft. Der Kampf mit dem gelben Elastikband verlangt ihm einiges ab. Der Rücken spielt nicht mit. Kein Wunder, es ist der Rücken eines 56-Jährigen, der seit vielen Jahren hart arbeitet.

Sommerfeld und drei Kollegen von MAT Foundries Europe haben sich um Aurelia Lange gruppiert, in Arbeitsklamotten, mit Helm auf dem Kopf. Sie sind an diesem Morgen aus der Produktionshalle der Ueckermünder Gießerei in ein Info-Zelt marschiert, das auf dem Werkgelände steht. Dort zeigt die Vertriebsleiterin der Innungskrankenkasse Nord ihnen mit dem Gummiband, wie man das „kleinste Sportgerät der Welt“ für gezielte Bewegungsübungen einsetzen kann.

Sommerfeld und die anderen sind beeindruckt. Beim Dehnen des Bandes quer über den Rücken spüren sie ihre Muskeln und Gelenke zum Teil schmerzhaft. „Durch die Arbeit ist der Rücken oft total verspannt“, sagt Sommerfeld, der als Abklopfer in der Gießerei tätig ist. Eine körperlich anstrengende Arbeit, bei der die Gussteile von Reststoffen befreit werden. Die Lärmentwicklung dabei ist erheblich.

„In Produktionsbetrieben gibt es oft eine ganze Reihe von Belastungen, die die Gesundheit beeinträchtigen können“, sagt Andrea Dietrich. Sie ist beim Arbeitgeberverband Nordmetall zuständig für Arbeitsorganisation und Gesundheitswesen.

„Das Management von MAT hat sich an uns gewandt, um in puncto Gesundheitsprävention in der Firma etwas zu bewegen“, erklärt die Hamburgerin. Im Ergebnis wurde der Gesundheitstag in der Gießerei organisiert.

Dietrich: „Wir wollen nachhaltige Effekte. Daher haben wir im Vorfeld gemeinsam mit dem Betrieb sondiert, welches die spezifischen Belastungen in der Gießerei sind.“ Dazu veranstaltete sie vor Ort mehrere Workshops mit den Mitarbeitern.

Am Ende kamen einige Punkte zusammen. Kein Wunder, an den Schmelzöfen herrscht enorme Hitze, trotz Absaugung ist die Luft staubbelastet. Viele schwere Gussteile müssen bei der visuellen Kontrolle von Hand angehoben werden, der Lärm ist teilweise beträchtlich.

„Für uns sind diese Erkenntnisse sehr wichtig“, resümiert Personalleiterin Anna Keller. „Sie helfen, wenn es darum geht, die Mitarbeiter dafür zu gewinnen, sich aktiv für den Erhalt der eigenen Gesundheit einzubringen.“

Das Unternehmen selbst geht mit gutem Beispiel voran und will investieren, um die Arbeitsbedingungen weiter zu verbessern. Dazu gehören unter anderem neue Produktionslinien, die den Skelettbereich ergonomisch entlasten.

Die Initiative ist auch wirtschaftlich motiviert, wie Werkleiter Jörg Hünike bestätigt. Seit einiger Zeit gebe es ein Anstieg des Krankenstandes unter den 300 Beschäftigten, deren Durchschnittsalter bei 48 Jahren liegt. Erstaunlicherweise seien jüngere Mitarbeiter genauso oft krankgeschrieben wie ältere. Hünike: „Wir müssen an die Ursachen ran, und das gelingt nur gemeinsam mit der Belegschaft. Es liegt im beiderseitigen Interesse, länger gesund und fit zu bleiben.“

Egon Sommerfeld und seine Kollegen sind für diese Idee aufgeschlossen. Der Gesundheitstag bietet ihnen zahlreiche Möglichkeiten, „selbst etwas zu machen und besser in den eigenen Körper hineinzuhören“, findet Armin Berndt. Den 50-jährigen Staplerfahrer zwickt es immer mal wieder im Schulter- und Nackenbereich. Am Info-Stand des Gesundheitszentrums Nova Vitale erfährt er, wie die betroffenen Muskelpartien beispielweise mithilfe moderner Stoßwellentherapie aufgelockert werden können.

Sein junger Kollege Christoph Schneider hat beim Lärmtest erfahren, dass er zu laut Musik hört. „Der Wert entspricht dem Pegel in unserer Werkhalle“, sagt er nachdenklich.

Für den Test hatte der 27-jährige E-Instandhalter sich einen Song der „Rolling Stones“ ausgewählt. Da staunt der Musikfan. Stones und zu laut?

MAT Foundries Europe

Spezialist für Guss

Die Gießerei Ueckermünde ist einer der zwei deutschen Standorte von MAT Foundries Europe. Das Unternehmen gehört zur amerikanischen MAT Holdings. In Ueckermünde verarbeiten 300 Mitarbeiter und 50 Leiharbeiter jährlich 42.000 Tonnen Sphäroguss zu Sicherheitsgussteilen für Pkws und Nutzfahrzeuge, vorrangig zu Bremsgehäusen und -trägern. Derzeit wird eine neue dritte Formanlage gebaut. Mittelfristig soll die Jahreskapazität auf 65.000 bis 70.000 Tonnen steigen.


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Eggesiner Straße 11
17373 Ueckermünde

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